Bundesgerichtshof

Maskuliner Zwang

DPA

Streit mit der Sparkasse: Eine 80-Jährige will auf Formularen "Kundin" genannt werden.

LESEZEIT 3min

Mar­lies Krä­mer be­gann zu kämp­fen, weil ihr Rei­se­pass ab­ge­lau­fen war. Als sie im Rat­haus ei­nen neu­en be­an­tra­gen woll­te, wur­de sie auf dem ent­spre­chen­den For­mu­lar als "In­ha­ber" be­zeich­net. "Ich war aber eine In­ha­be­rin", sagt sie.

Also ver­zich­te­te Krä­mer auf den Pass und be­gann statt­des­sen Un­ter­schrif­ten zu sam­meln und für eine Ände­rung zu kämp­fen. Meh­re­re Jah­re lang blieb sie ohne Pa­pie­re, bis 1996 der Bun­des­rat nach EU-Ver­hand­lun­gen be­schloss, die For­mu­lie­rung an­zu­pas­sen. "Un­ter­schrift der In­ha­be­rin/ des In­ha­bers", heißt es seit­dem in al­len Aus­wei­sen.

Es war ein eher klei­ner Sieg, zu­min­dest ge­mes­sen an der Grö­ße der Auf­ga­be, die sich Krä­mer vor­ge­nom­men hat­te: Sie woll­te für die Fe­mi­ni­sie­rung der deut­schen Spra­che ar­bei­ten. Ihre nächs­te Kam­pa­gne galt den me­teo­ro­lo­gi­schen Wet­ter­be­zeich­nun­gen. Zu­sam­men mit dem be­kann­ten Wet­ter­mann Jörg Ka­chel­mann kämpf­te sie ge­gen die

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