Spitzen-Gastronom Harald Wohlfahrt

"Ich habe alles gegeben"

BORIS SCHMALENBERGER/ DER SPIEGEL Ster­ne­koch Wohl­fahrt im Fest­spiel­haus Ba­den-Ba­den: "Ich möch­te nicht in der wei­ßen Ja­cke raus­ge­tra­gen wer­den."

Warum der Sternekoch mit den Arbeitsbedingungen in Küchen hadert.

LESEZEIT 7min

Wohl­fahrt, 62, zählt zu den ein­fluss­reichs­ten Ver­tre­tern sei­ner Zunft, meh­re­re Ster­ne­kö­che lern­ten bei ihm. 37 Jah­re lang lei­te­te er das Re­stau­rant Schwarz­wald­stu­be in Bai­ers­bronn, das zum Ho­tel Trau­be Ton­bach ge­hört. Nun be­rät er un­ter an­de­rem die Gas­tro­no­mie des Fest­spiel­hau­ses Ba­den-Ba­den.


SPIEGEL: Herr Wohl­fahrt, wenn Sie beim Kre­den­zen ei­nes Fünf-Gän­ge-Me­nüs tot um­fie­len - wäre das ein wür­di­ges Ende? 

Wohl­fahrt: Den Ge­dan­ken hat­te ich noch nie. Ich möch­te nicht in der wei­ßen Ja­cke raus­ge­tra­gen wer­den, viel­leicht noch mit dem Löf­fel in der Hand. So stel­le ich mir das nicht vor, dass man am Ar­beits­platz, an dem man im­mer so viel von sich ge­ge­ben hat, auch noch sein Le­ben las­sen muss. 

SPIEGEL: Rock­stars oder Schau­spie­ler sa­gen ja gern, dass der Tod sie am liebs­ten auf der Büh­ne er­ei­len sol­le. 

Wohl­fahrt: Nun bin ich we­der das eine noch das an­de­re.

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