MARY EVANS / INTERFOTO Hui, ein Eileiter! Die vier jungen Mädchen schauen betreten, als die Gynäkologin (2. von links) sie in die Geheimnisse des weiblichen Körpers einweiht.

Aufklärungsklassiker

Hui, ein Eileiter!

Millionen Menschen weltweit sahen vor 50 Jahren "Helga". Der Beginn der Sexfilmwelle.

LESEZEIT 5min

Schon in Minute 7:30 geht's schnörkellos zur Sache: "Mutti", fragt das vielleicht zehnjährige Mädchen, weiße Bluse, rosa Rock, Pagenschnitt, "wie kommen die Kinder in den Bauch?" 

Da strahlt die schwangere Mutti, nimmt die Hand der Tochter und sagt bedeutungsvoll: "Der Vater hat seinen Samen in die Mutter gelegt."

Potzblitz! Der Vater hat nicht seine Unterhosen in den Schrank oder seine Brille in die Schublade, sondern seinen Samen in die Mutter gelegt. Damit ist alles gesagt, das große Rätsel gelöst, das Thema abgehakt. 

Denn um den Liebesakt geht's gar nicht bei Deutschlands erstem abendfüllenden Aufklärungsfilm "Helga. Vom Werden des menschlichen Lebens". 

Stattdessen doziert eine Frauenärztin mit großer Freude am Detail über Samenfäden und Eihülle, Periode und Konzeptionsoptimum. 

Mit jedem Fremdwort, das die Fachfrau auspackt, schauen die von ihr belehrten Mädchen, darunter Helga, bedröppelter aus der Wäsche. Sexualität, schwant ihnen, scheint eine ziemlich dröge Angelegenheit.

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