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Generaldebatte im Bundestag

Renovierung fällig

Der große Schlagabtausch im Parlament hat vor allem gezeigt: Ein Wechsel im Kanzleramt würde dem Land guttun. Eine Nachbetrachtung.

LESEZEIT 3min

Mit welchen Gedanken und Gefühlen wird man in fünf Jahren auf die Haushaltsdebatte an diesem Mittwoch im Bundestag schauen? Mit derselben Nostalgie, die heute die einst als heftig empfundenen Redekämpfe zwischen Strauß und Wehner sepiafarben verharmlost, weil anscheinend alles gut gegangen ist? Oder sehen wir dann in den Beiträgen von heute die Indizien eines angekündigten Zerfalls? Für einen politischen und sozialen Aufbruch, einen neuen Mai 1968? 

Eher unwahrscheinlich, dass diese Haushaltsdebatte als Auftakt von etwas gedeutet werden wird. Es klang alles nach Zwischenzeit. Eine seltsame Wartezeit, weil das Alte nicht mehr passt, aber das Neue noch nicht da ist. Wie an einem Umzugstag, wenn man die alte Wohnung schon geleert hat und nun auf dem Weg in die neue noch irgendwo hält, um etwas zu essen zu kaufen und Fanta-Maracuja für die Kistenschlepper. Halb ist man noch in der Vergangenheit, ohne ein Bild für die Zukunft, und sorgt sich, um von der Spannung abzulenken, um alberne

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