DPA Rudi Dutschke (Mitte) und seine Ehefrau Gretchen bei einer Demonstration.

Jahrestag des Dutschke-Attentats

Kanzler Rudi

Vor 50 Jahren sollten drei Schüsse den Studentenführer auslöschen. Bis heute ist er der verehrteste, verhassteste 68er.

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Am Morgen des 11. April 1968 sagte Rudi Dutschke zu Fernsehreportern: "Natürlich kann immer mal ein Wahnsinniger oder ein Neurotiker auf mich was verüben, aber ich habe keine Angst." Der Wahnwitzige suchte ihn bereits, als Dutschke Stunden später, am frühen Nachmittag, mit seinem roten Damenrad "Arcona" zum Hauptquartier des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) am Kurfürstendamm fuhr.

Warum war Dutschke zur Zielscheibe geworden?

Dutschke, 28 Jahre alt, war der Kopf und Agitator des Aufstandes der Achtundsechziger gegen ein autoritäres, geschichtsblindes Deutschland. In seinem privaten Leben schützte sich Dutschke, verheiratet mit Gretchen, gegen all das, was die Achtundsechziger predigten: freie Liebe, Drogen, Rock'n'Roll.

Die Zeitungen des Springer-Verlags zeigten ihn in Karikaturen gern als zotteligen Wilden. Ein CSU-Bundestagsabgeordneter nannte den "SDS-Ideologen Dutschke" eine "ungewaschene, verlauste und verdreckte Kreatur". Bei einer vom Berliner Senat

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