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Deutsche Einheit

Ankommen klingt besser als anpassen

Warum fragt keiner, wie es den Westdeutschen mit der Wiedervereinigung geht? Ein Essay.

LESEZEIT 5min

Zu den Ge­pflo­gen­hei­ten des Herbs­tes ge­hört es, beim Ju­bi­lä­um von Mau­er­fall und Wie­der­ver­ei­ni­gung die Fra­ge nach dem Stand der in­ne­ren Ein­heit zu stel­len. Auch die­ses Jahr lief es dar­auf hin­aus, dass un­ter­sucht wur­de, wie die Ost­deut­schen im ver­ein­ten Deutsch­land klar­kom­men.

Bei der Er­for­schung der Ost-See­le geht es ge­mein­hin ähn­lich zu wie bei den Un­ter­su­chun­gen von Kin­dern, ge­nannt U1 bis U9.Die Be­weg­lich­keit wird kon­trol­liert, das Sprach­ver­mö­gen, Wachs­tum, Stand­fes­tig­keit, ge­tes­tet wird, ob die Klei­nen nach links und rechts bli­cken kön­nen.

Ich fra­ge mich al­ler­dings: War­um wird eine der­ar­ti­ge Für­sor­ge nicht auch dem Wes­ten zu­teil? Ha­ben die West­deut­schen we­ni­ger Auf­merk­sam­keit ver­dient als die Ost­deut­schen?

Still­schwei­gend wird da­von aus­ge­gan­gen, dass die West­deut­schen be­reits im Wes­ten groß ge­wor­den sind und sich des­halb nicht hät­ten um­stel­len müs­sen.

Das ist nicht ganz falsch. Es

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