MICHAEL KAPPELER / DPA, SPIEGEL DAILY Martin Schulz.

Personaldebatte in der SPD

Vorwärts, aber nicht vergessen

Keine Zukunft ohne Vergangenheit: Die SPD muss sich ihre Geschichte bewusst machen. Ein Kommentar.

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Es mag sich keine Erleichterung einstellen. Sicher, die Sozialdemokraten haben so abgestimmt, dass die Dinge wieder ihren gewohnten Gang gehen können und man die Zeit seit der Bundestagswahl schnell vergessen kann. Bald schon ist alles wieder wie immer. Aber jeder ahnt, dass damit wenig Zeit zu einem hohen Preis erkauft wurde. 

Warum sollen das Gesetz der Serie und der Fluch der Koalitionen unter Angela Merkel in vier Jahren nicht mehr gelten? Warum sollte die Erosion, die alle linksliberalen Parteien Europas befällt, nun ausgerechnet bei den deutschen Sozialdemokraten nicht mehr weiter wirken? 

Alle Schuld den Ehemaligen

Neue Personen sind nie die Lösung: Die Mannschaft der ehemaligen SPD-Hoffnungsträger, der Kanzlerkandidaten und Vorsitzenden könnte bald schon eine eigene Gewerkschaft im DGB gründen. Und jedes Mal wird alle Schuld den Exen zugewiesen, steht dieselbe Funktionärs- und Delegiertenriege mit hoffnungsfroher Brust in der jeweiligen Parteitagshalle und jubelt einem neuen

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