JÖRG CARSTENSEN / DPA, SPIEGEL DAILY Ds Original: die israelische ESC-Gewinnerin Netta nach ihrem Sieg in Lissabon.

Umstrittene Karikatur

Netta und Netanyahu

"Nächstes Jahr in Jerusalem": Warum die Netanyahu-Zeichnung in der "Süddeutschen Zeitung" antisemitisch ist. Ein Kommentar.

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Eine israelische Sängerin gewinnt den Eurovision Song Contest, woraufhin ihr der israelische Ministerpräsident öffentlich gratuliert. Bis dahin nichts Ungewöhnliches, Politiker suchen gerne die Nähe zu erfolgreichen Künstlern oder Sportlern. Angela Merkel beispielsweise dringt sogar bis in die Umkleidekabine der Nationalmannschaft vor, um sich mit halbnackten Stars ablichten zu lassen. 

Netanyahus Wortmeldung wurde in der deutschen Presse jedoch bemerkenswert negativ gedeutet, so wurde ihm unter anderem "politischer Missbrauch" vorgeworfen und dass er sich die Sängerin "krallen" würde. Kritisiert wurde auch sein Ausruf "Nächstes Jahr in Jerusalem", obwohl diese Stadt doch "von fast keinem anderen Staat der Welt als israelische Hauptstadt anerkannt" werde. Ganz so, als ob dieser Wettbewerb nur in Hauptstädten ausgetragen werden dürfe, zumal in solchen, die weltweit anerkannt sind.

Die Karikatur knüpft an antisemitische Klischees an 

All die Vorwürfe, Unterstellungen und Ressentiments

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