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Immunsystem

Stadt, Land, Frust

Warum Stress für Städter gefährlicher ist, erklärt der Mediziner Stefan Reber.

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Stefan Reber, 39, Leiter der Sektion für Molekulare Psychosomatik am Universitätsklinikum Ulm, hat in einer neuen Studie die unterschiedlichen Reaktionen von Stadt- und Landbewohnern auf Psychostress in einem simulierten Bewerbungsgespräch untersucht.

SPIEGEL: Sind Städter die gestressteren Menschen?

Reber: Die Frage ist falsch gestellt. Es kommt nicht darauf an, wie viel Stress man hat, sondern wie sehr er einem schadet. Viele Städter in unseren Psychostress-Experimenten hatten weniger Angst und niedrigere Stresshormon-Level als Landbewohner. Dennoch haben wir klare Hinweise darauf gefunden, dass Stress den Städtern deutlich mehr zusetzt als der Landbevölkerung - und das hat mit dem Immunsystem zu tun.

SPIEGEL: Wie genau haben Sie das herausgefunden?

Reber: Wir haben gemessen, wie stark das Immunsystem von Stadt- und Landbewohnern jeweils auf Psychostress reagiert. Hierbei zeigte sich: Bei Städtern steigen bestimmte Immunzellen und Entzündungsbotenstoffe stärker und nachhaltiger an

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