DPA

Ein Jahr #FreeDeniz

Wir beugen uns nicht

Deniz Yücel bleibt seinen Prinzipien treu. Die Bundesregierung sollte sich ein Beispiel nehmen. Ein Kommentar.

LESEZEIT 3min

Am 14. Februar 2017 meldete Deniz Yücel sich bei einer Polizeidienststelle in Istanbul, weil, wie ihm schon Monate zuvor zu Ohren gekommen war, die türkische Justiz Vorwürfe machte. Man hätte erwarten können, dass die Beamten ihm die Anschuldigungen erläutern und dass Yücel sie dann als Missverständnis aus der Welt räumt.

Denn natürlich gab es nichts, das man Yücel aus strafrechtlicher Sicht hätte ankreiden können. Er hatte seine Arbeit als Journalist gemacht und, wie andere Journalisten auch, über Missstände in der Türkei berichtet. 

Aber das gefiel der türkischen Regierung nicht, man hatte sich über seine kritischen - natürlich kritischen, was denn sonst, er ist ja Journalist, nicht PR-Fuzzi der Türkei - Berichte geärgert. Die türkische Justiz konstruierte daraus "Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation", "Datenmissbrauch" und "Terrorpropaganda". Sie und vor allem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan halten Journalismus für Terrorismus.

Nichts anderes als Folter

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