GETTY IMAGES, SPIEGEL DAILY

Zwanghaftes Ankumpeln

Du, du, du

Viele Deutsche sehnen eine schwedische Duzkultur herbei - doch die taugt nicht als Vorbild. Ein Kommentar.

LESEZEIT 2min

Die Schwe­den be­ge­hen der­zeit das Ju­bi­lä­um ei­ner Re­form, die das Land nach­hal­ti­ger ver­än­dert hat als die Grün­dung von Ikea: Vor 50 Jah­ren un­ter­brei­te­te der da­ma­li­ge Ge­ne­ral­di­rek­tor der Ge­sund­heits­be­hör­de sei­nem Per­so­nal, dass er fort­an ge­duzt und bei sei­nem Vor­na­men "Bror" ge­nannt wer­den wol­le. Die­ser Mo­ment wird als Stun­de null der schwe­di­schen Duz­kul­tur an­ge­se­hen. Seit­dem duzt dort (fast) je­der je­den.

Eine sol­che Re­ge­lung wür­de nach Mei­nung vie­ler Deut­scher auch die hie­si­ge Si­tua­ti­on ent­span­nen. Zu­mal wir be­reits in ei­ner Art Zwi­schen­welt le­ben, in der manch Prak­ti­kant ein­fach so sei­ne Che­fin an­kum­pelt und um­ge­kehrt Vor­ge­setz­te den Neu­ling un­ge­fragt ins "Du" trei­ben.

Das You taugt nicht als Argument

Ar­beits­psy­cho­lo­gen und So­zio­lo­gen se­hen das durch­aus skep­tisch, doch die Ver­fech­ter des Du­zens las­sen sich nicht be­ir­ren; gern ver­wei­sen sie auf das eng­li­sche "You". 

Lin­gu­is

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