MORTEN MORLAND / NEWS LICENSING / DDP

USA und Europa

Danke, Donald

Die Risse im transatlantischen Bündnis sind für Deutschland die Chance, erwachsen zu werden. Ein Essay.

LESEZEIT 9min

I. 

Wenn Deut­sche über ihr Ver­hält­nis zu den USA schrei­ben oder dis­ku­tie­ren, wird es schnell emo­tio­nal: Glau­bens­fra­gen eben. Es gibt Ver­klä­rung und Dä­mo­ni­sie­rung, Ame­ri­ka­ro­man­tik und An­ti­ame­ri­ka­nis­mus. Die USA ha­ben Deutsch­land be­siegt und be­freit, sie wa­ren Freund und doch ganz schön bes­ser­wis­se­risch, na­tür­lich hat­ten sie Idea­le, aber sie wa­ren im­mer auch bru­tal im Durch­set­zen ei­ge­ner In­ter­es­sen.

Aus eben­die­sen Grün­den ist es mög­lich und ge­sund, eine zu­gleich sym­pa­thie­ge­tra­ge­ne und ei­gen­stän­di­ge Hal­tung ein­zu­neh­men. Sie ist so­gar zwin­gend: Wir müs­sen uns eman­zi­pie­ren, da die Welt kom­pli­zier­ter ge­wor­den ist und die USA kein ver­läss­li­cher Part­ner mehr sind (und auch nach Do­nald Trump nicht wie­der zu ei­nem wer­den dürf­ten); die Zei­ten, in de­nen wir auf die USA bau­en und den USA alle gro­ßen, vor al­lem alle schmut­zi­gen Auf­ga­ben über­las­sen konn­ten, sind vor­bei.

Wir soll­ten uns noch

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