DPA, IMAGO, SPIEGEL DAILY Drei von vielen, die in Stockholm leer ausgingen: Virginia Woolf, Ingeborg Bachmann, Simone de Beauvoir.

Nach dem Skandal in Stockholm

Ein herrlicher Preis für alle Frauen

Der Literaturnobelpreis wird nicht vergeben? Kein Drama - es gibt genug Übergangene zu feiern. Ein Kommentar.

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Wenn in diesem Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben wird, wird uns natürlich am meisten fehlen, dass wir uns nicht darüber beklagen können, dass wieder einmal der Falsche ausgewählt worden ist. Die Geschichte des Nobelpreises ist ja vor allem eine Geschichte des Nörgelns all der Besserleser, über eine Jury, die keine Ahnung hat von Weltliteratur, wahrer Kunst, wahrer Bedeutung. 

Ja, was soll das für ein Preis sein, den Romain Rolland bekommen hat statt Marcel Proust. Den James Joyce nicht bekam, nicht Leo Tolstoi, nicht Robert Musil. Dafür zum Beispiel 1919 ein sogenannter Carl Spitteler, den sich diese Tolpatsch-Jury wahrscheinlich selbst ausgedacht hat, um sich über die Literaturwelt lustig zu machen. 

Also: Die Geschichte dieses Preises ist eine Geschichte der lustigen Missverständnisse. Aber. Wo wir gerade so schön über Männer reden. Und männlichen Machtmissbrauch. Und höhnische Frauenverachtung vom unumstößlichen Thron weißer Männerdominanz hinab. Der echte und wahnsinnig

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