ZDF und c.pausch-fotografie Die Zeichensprache ist eindeutig: Thomas (Edin Hasanovic) ist ein Neonazi - und der Vater von Lara (Nomie Lane Tucker).

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SS-Stäbchen

Schwarzes Kind in einer Nazi-WG: Was die Emmy-prämierte Serie "Familie Braun" sehenswert macht.

LESEZEIT 2min

Die Ausgangssituation kennt man aus dem französischen Komödien-Klassiker "Drei Männer und ein Baby": Eingefleischte Junggesellen geraten durch widrige, nicht sehr realistische Umstände an ein Kind. Die Komik entsteht durch die Überforderung der Männer. Nach diesem Muster funktioniert auch die ZDF-Serie "Familie Braun". Nur sind diesmal die Männer Neonazis, und das Kind ist schwarz. 

In acht durchschnittlich nur fünf Minuten langen Folgen stellt die sechsjährige Lara das Weltbild der Neonazis Kai und Thomas auf den Kopf. Die Jury des International Emmy Awards fand diese Zuspitzung so brillant, dass sie am Montag den Preis, der vornehmlich an nicht US-amerikanische Fernsehleistungen vergeben wird, in der Kategorie "Short-Form Series" der deutschen Produktion verlieh.

Die Serie spielt fast ausschließlich in der Plattenbau-WG der Kumpel Kai (Vincent Krüger) und Thomas (Edin Hasanovic), beide Mitte zwanzig und in einer Autowerkstatt beschäftigt. Ihre zwei Zimmer sind vollgestopft mit

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