UWE ARENS Hier ohne ihr Instrument: die Pianistin Kateryna Titova.

Klassik-Tipp

Sonate, so nah

Wehmut, Dramatik, gute Laune: Die Pianistin Kateryna Titova spielt auf "Quasi una fantasia" alle Emotionen aus. 

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Die Gedanken schweifen lassen und einfach mal horchen, was für Melodien sich einstellen: So frei wollten auch Klassiker gern sein. Viele haben das Improvisatorische ihrer Kunst festzuhalten versucht. 

Fünf solcher Stücke, die überschäumenden Einfallsreichtum mit edler Form verbinden, hat die junge ukrainische Pianistin Kateryna Titova jetzt vereinigt: Neben Beethovens zwei Sonaten op. 27 – darunter die legendäre "Mondscheinsonate" – trumpft sie mit einer wunderbar perlenden und funkelnden Mendelssohn-Fantasie auf, stürzt sich mit Skrjabins zweiter Sonate in spätromantisch raffinierte Harmonik und bietet in der virtuos-mutigen "Sonata quasi una fantasia" des Beethoven-Zeitgenossen Jan Vacláv Vořišek eine Rarität für Genießer. 

Das klug gewählte Programm der Wahlberlinerin zeigt: Hinter der heiteren Miene stecken nicht selten Grübeleien, Wehmut und Dramatik. Am Ende aber siegt dann doch die gute Laune – der Fantasie sei Dank.


Kateryna Titova: "Quasi una fantasia". GWK Records, Audio-CD

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