Samstag, 05. Mai 2018

KURZMELDUNGEN

Nach Missbrauchsvorwürfen: Nobelpreis für Literatur wird 2018 nicht vergeben

In diesem Jahr wird wegen der Krise in der Schwedischen Akademie kein Literaturnobelpreis vergeben. Das teilte das Gremium mit. Der Preis für 2018 werde im kommenden Jahr zusammen mit dem Preis für 2019 vergeben. "Wir halten es für nötig, Zeit zu investieren, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Akademie wieder herzustellen, bevor der nächste Preisträger verkündet werden kann", sagte der Interims-Vorsitzende Anders Olsson. 

Die Nobel-Stiftung teilte in einer eigenen Pressemitteilung mit, sie unterstütze die Entscheidung der Akademie, die Preisvergabe zu verschieben. Die Vertrauenskrise, in der sich die Schwedische Akademie befinde, habe sich negativ auf den Nobelpreis ausgewirkt. Nun stehe umfassende Veränderungsarbeit an, mahnte die Stiftung. Die Schwedische Akademie steckt infolge eines Missbrauchsskandals in einer tiefen Krise. Laut Zeitungsberichten soll der Ehemann von Akademiemitglied Katarina Frostenson über Jahre hinweg weibliche Mitglieder der Akademie, Frauen oder Töchter von Akademiemitgliedern, Mitarbeiterinnen und sogar die Kronprinzessin belästigt oder missbraucht haben. 

Wegen des Umgangs der Akademie mit den Vorwürfen legten mehrere Akademiemitglieder ihr Amt nieder, sodass nicht mehr die notwendigen zwölf Mitglieder zur Abstimmung über die Aufnahme neuer Mitglieder aktiv sind. Die Preisvergabe wird nicht zum ersten Mal abgesagt, zuletzt wurde der Nobelpreis von 1940 bis 1943 wegen des Zweiten Weltkriegs überhaupt nicht vergeben. Die jahrhundertealten Statuten der Akademie lassen auch zu, in diesem Fall im Folgejahr zwei Nobelpreise zu verleihen. Das hat die Akademie in der Vergangenheit bereits mehrmals getan. (feb/dpa)

Hat die Akademie richtig entschieden? Einen Kommentar von Volker Weidermann lesen Sie bei DAILY hier.

Palästinensische Befreiungsorganisation: Abbas als PLO-Chef bestätigt

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas bleibt Vorsitzender des Exekutiv-Komitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. Abbas wurde vom Palästinensischen Nationalrat zum Abschluss einer viertägigen Sitzung in Ramallah gewählt. Der Palästinensische Nationalrat, das Exilparlament, ist das höchste Organ der PLO und hat rund 700 Mitglieder. Er war zuletzt 2009 zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Abbas wurde 2005 gewählt, eigentlich für eine Amtszeit von vier Jahren. Seitdem gab es keine Präsidentschaftswahlen mehr. Abbas hat keinen Nachfolger aufgebaut - und ist nun bereits 83 Jahre alt. Überschattet wurde das Treffen in Ramallah von antisemitischen Äußerungen des Palästinenserpräsidenten. 

Abbas hatte am Montagabend in einer Rede nahegelegt, dass die Beziehungen der Juden zum Bankwesen mit der jahrhundertelangen Judenfeindlichkeit und somit auch der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten zu tun habe. Die Äußerungen wurden international scharf verurteilt. (aev/dpa)

Mittelmeer: Griechisches Kriegsschiff kollidiert mit türkischem Frachter

Ein Kanonenboot der griechischen Kriegsmarine und ein türkischer Frachter sind am frühen Freitagmorgen leicht seitlich kollidiert. Bei dem Zwischenfall südöstlich der griechischen Insel Lesbos sei niemand verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Athen mit. Auch seien keine nennenswerten Schäden an den Schiffen entstanden. Das Kanonenboot "Armatolos" war als Teil einer Nato-Operation auf Patrouille. Der Frachter bewegte sich nach dem Zwischenfall in Richtung der nahe gelegenen türkischen Küste. Es ist der dritte Zwischenfall dieser Art seit Jahresbeginn. Im Januar war es zu einer seitlichen Kollision zwischen Booten der Küstenwache der beiden Nato-Staaten gekommen. Im Februar hatte ein türkisches Patrouillenboot ein griechisches Boot der Küstenwache gerammt. Auch damals war niemand verletzt worden. Griechenland und die Türkei streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln die beiden Nato-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Seitdem bemühen sich Athen und Ankara um Entspannung. (tt/aev/dpa)

Nach Razzia in Ellwangen: Acht Flüchtlinge in Haft

Der Togoer, dessen Abschiebung aus Ellwangen gescheitert ist, sitzt in Haft. Er soll laut Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) schnell abgeschoben werden. "Wir wollen die Ausreisepflicht rasch durchsetzen und reizen alles aus, um den Aufenthalt in unserem Land zu beenden", sagte er. Dagegen kündigte der Anwalt des Togoers Widerstand an. "Seine Abschiebung und die Verhaftung sind rechtswidrig, weil jetzt Deutschland für sein Asylverfahren zuständig ist", sagte Engin Sanli. 

Nach Darstellung des Anwalts bekam der 23-Jährige bereits Mitte September einen Bescheid vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wonach er nach Italien zurückgeführt werden soll. Dagegen wurde laut Sanli Klage vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht. "Bislang haben wir dazu aber noch keine Entscheidung erhalten", sagte Sanli. Seit Einreichung der Klage genieße sein Mandant vorläufigen Rechtsschutz. 

Der Togoer sollte bereits im Februar abgeschoben werden. Doch seine Abschiebung scheiterte: "Er hat sich am Frankfurter Flughafen renitent gezeigt", sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Daraufhin hätten die Bundespolizisten die Abschiebung abgebrochen. Der Mann kam danach nicht in Abschiebehaft, weil die rechtlichen Vorraussetzungen dafür dem Sprecher zufolge nicht erfüllt waren. Neben dem Togoer sitzen laut Polizei sieben weitere Flüchtlinge aus der Unterkunft in Untersuchungshaft. Vier von ihnen wegen tätlicher Angriffe auf Polizisten, zwei wegen Drogenhandels und eine Person wegen gewerbsmäßigen Diebstahls. (jpz/dpa)

Deutsch-russische Beziehungen: Röttgen warnt vor "sprachlichen Verschärfungen"

In der Diskussion um die neue Tonlage von Außenminister Heiko Maas gegenüber Russland warnt Norbert Röttgen vor unnötiger Schärfe. "Man sollte das Gespräch mit Russland nicht unnötig erschweren", mahnt der CDU-Politiker im SPIEGEL. "Da die Sache ernst genug ist, sollten wir auf sprachliche Verschärfungen verzichten", sagte Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Auch Sergej Netschajew, Moskaus Botschafter in Berlin, zeigt sich beunruhigt. "Wir haben Probleme mit der Tonalität der Äußerungen einiger Politiker", sagt er. Die Situation sei "schlimmer als im Kalten Krieg". Maas hatte zuvor im SPIEGEL-Gespräch gesagt, Russland agiere "zunehmend feindselig", und hatte sich gegen einen Abbau der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen, solange Russland seine Verpflichtungen nicht erfüllt habe.

MH370-Suche: Wracks aus dem 19. Jahrhundert gefunden

Auf der Suche nach dem verschollenen MH370-Flugzeug im Pazifik sind durch einen Zufallsfund die Wracks von zwei Schiffen aus dem 19. Jahrhundert entdeckt worden. Dabei handelt es sich um englische Handelsschiffe, die Kohle geladen hatten und vermutlich durch Explosionen untergingen, wie das Western Australian Museum aus Perth mitteilte. Die Wracks liegen in mehr als 2300 Kilometer Entfernung von der australischen Westküste auf dem Meeresboden, in fast 4000 Meter Tiefe. Die Schiffe wurden bereits 2015 entdeckt, ein Jahr nach dem rätselhaften Verschwinden der malaysischen Passagiermaschine mit 239 Menschen an Bord. Der Fund wurde aber erst jetzt nach einer gründlichen Untersuchung mithilfe von Tauchsonden bekannt gemacht. (zng/dpa)

Musiker: Abi Ofarim ist tot

In der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre verging kaum eine Woche, ohne dass ein Album von Esther & Abi Ofarim in der Hitparade platziert war. "Songs der Welt", "Neue Songs der Welt" oder "2 in 3" hießen die Werke. Nun ist der Musiker Abi Ofarim im Alter von 80 Jahren gestorben. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Zu den größten Hits des Duos zählten "Noch einen Tanz", "Morning of my Life" und vor allem "Cinderella Rockefella", das sogar in Großbritannien ein Charterfolg war. Das Paar trennte sich 1969, 1970 kam die Scheidung. Abi Ofarims Söhne aus dritter Ehe, Gil und Tal Ofarim, traten ebenfalls musikalische Karrieren an. (elk/eth/feb)

Kühne über den HSV: "Schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens"

Investor Klaus-Michael Kühne hat zum wiederholten Mal vor einem wichtigen Bundesligaspiel des Hamburger SV über den Klub hergezogen. "Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens", sagte der Milliardär der "Süddeutschen Zeitung". Im Klub habe er "nicht richtig Einfluss" nehmen können: "Es wurde nicht das richtige Management verpflichtet. Insgesamt ist es eine Schande." Am Samstag könnte der HSV erstmals aus der Fußballbundesliga absteigen, falls das Team in Frankfurt verliert oder unentschieden spielt und Wolfsburg gegen RB Leipzig gewinnt. Selbst bei einem Remis des VfL wäre der Abstieg der Hamburger im Falle einer Niederlage praktisch perfekt, da Wolfsburg das deutlich bessere Torverhältnis hat. Gewinnt der HSV oder verliert der VfL, dann fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag. (lek/bam/jan)

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