Dienstag, 24. April 2018

KURZMELDUNGEN

Prozess in Brüssel: Mutmaßlicher Paris-Attentäter Abdeslam zu 20 Jahren Haft verurteilt

Salah Abdeslam, mutmaßlicher Mittäter der Terrorserie in Paris, ist in einem Terrorprozess in Belgien am Montag verurteilt worden. Wird der Richterspruch rechtskräftig, muss er für 20 Jahre ins Gefängnis. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Abdeslam war am 15. März 2016 mit zwei Komplizen in einer Brüsseler Wohnung von der Polizei überrascht worden. Bei einem anschließenden Schusswechsel töteten Polizeibeamte einen Schützen, während Abdeslam und sein mutmaßlicher Komplize entkamen. Abdeslam wurde drei Tage darauf in Brüssel gefasst. Der französische Staatsbürger soll zu einer Terrorzelle der Terrororganisation "Islamischer Staat" gehören, die die Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Abdeslam sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft. (tt/cht)

Erlass der Regierung: Indien stellt Vergewaltigung von Kindern unter Todesstrafe

Die Vergewaltigung von Kindern kann in Indien zukünftig mit dem Tod bestraft werden. Die Regierung brachte angesichts landesweiter Proteste nach mehreren tödlichen Vergewaltigungen einen Erlass mit der Einführung der schärferen Strafe auf den Weg. Das meldete der amtliche Fernsehsender Doordarshan News. Der Erlass stellt die Vergewaltigung von Kindern unter zwölf Jahren unter Todesstrafe. Bislang konnte maximal eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden. Auch die Mindeststrafe für Sexualverbrechen wurde heraufgesetzt. Das Parlament muss nun innerhalb eines halben Jahres die Gesetzesänderung bestätigen und dauerhaft einführen. Nach offiziellen Statistiken wurden 2016 in Indien 19.765 Vergewaltigungen von Minderjährigen erfasst. (tt/wit/dpa)

25. Jahrestag des Brandanschlags: Türkischer Außenminister Cavusoglu will in Solingen sprechen

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wird im Mai in Solingen bei der Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Brandanschlags eine Rede halten. Das Datum fällt mitten in den türkischen Wahlkampf. Das sorgte zunächst für die Frage, ob der türkische Außenminister diese Plattform möglicherweise zu Wahlkampfzwecken nutzen könnte. Wahlkampfauftritte von Politikern aus Nicht-EU-Staaten sind drei Monate vor Wahlen im jeweiligen Land grundsätzlich verboten - das hatte die Bundesregierung entschieden. Außenminister Heiko Maas betonte aber, er sehe die Teilnahme Cavusoglus nicht als Wahlkampfauftritt, vielmehr gehe es dort um die Familien der Opfer. Die Stadt Solingen will vorab um den Ansprachetext bitten, um ihn ins Deutsche zu übersetzen und während der Gedenkfeier verteilen zu können. (tt/höh/dpa)

Musikpreis-Skandal: Stardirigent Barenboim gibt Echos zurück

Der Dirigent Daniel Barenboim gibt seine Echos zurück. Er habe die Diskussion um die Echo-Auszeichnung für das Rap-Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" von Kollegah und Farid Bang, dessen Texte eindeutig als antisemitisch, frauenfeindlich, homophob und allgemein menschenverachtend zu charakterisieren seien, mit großer Bestürzung verfolgt, schreibt der Dirigent in einer Stellungnahme. Als Jude, der seit vielen Jahren gern in Deutschland lebe und Freiheit in der Kunst als ein hohes Gut ansehe, habe ihn die Debatte besonders beschäftigt. Kollegah und Farid Bang waren für ihr als antisemitisch kritisiertes Album mit dem Echo geehrt worden. Es enthält Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen". Die Auszeichnung löste eine Welle der Kritik aus. (lek/brs/dpa)

Trotz bevorstehenden Abstiegs: Nationalspieler Hector verlängert in Köln

Fußballnationalspieler Jonas Hector bleibt dem 1. FC Köln trotz des bevorstehenden Abstiegs in die 2. Bundesliga treu. Er verlängerte seinen langfristigen Vertrag sogar überraschend. Der 27 Jahre alte Defensivspieler unterschrieb für weitere zwei Jahre, bis 2023. Das teilte der Verein mit. Dabei hatte Hector eine Ausstiegsklausel im Vertrag, die ihm einen Wechsel ermöglicht hätte. An Hector hatten deutschen Topklubs wie der FC Bayern München und Borussia Dortmund Interesse gezeigt. "Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln, aber für mich fühlte sich das nicht richtig an", sagte Hector. "Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen." (tt/mon/dpa)

Japan: Vermutlich älteste Frau der Welt mit 117 Jahren gestorben

Die vermutlich älteste Frau der Welt ist im Alter von 117 Jahren in Japan gestorben. Nabi Tajima, geboren am 4. August 1900, sei am Samstag in einem Krankenhaus in der Region Kagoshima gestorben. Das teilte ein Behördenvertreter mit. Tajima soll Berichten zufolge mehr als 160 Nachkommen haben. Im September 2017 stieg sie nach dem Tod der damals ebenfalls 117 Jahre alten Jamaikanerin Violet Brown zur ältesten lebenden Person auf. Tajima war der letzte Mensch, der noch im 19. Jahrhundert geboren wurde - zu dem das Jahr 1900 offiziell zählt. Nun ist Japanerin Chiyo Miyako die älteste Frau, sie wird im Mai 117 Jahre alt. Auch als ältesten noch lebenden Mann führt das Guinness-Buch der Rekorde einen Japaner: den 112-jährigen Japaner Masazo Nonaka. Statistiken zufolge liegt die Zahl der über 100-Jährigen in Japan bei rund 68.000 Menschen. (tt/dpa)

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