Samstag, 14. April 2018

KURZMELDUNGEN

Krise in Syrien: Merkel trifft Macron in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft am kommenden Donnerstag den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Berlin. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag mit. Themen des Gesprächs dürften voraussichtlich europapolitische Fragen sowie bilaterale und aktuelle internationale Themen sein. Merkel und Macron hatten im März angekündigt, bis zur Jahresmitte gemeinsame Vorschläge für eine Neuaufstellung der Europäischen Union zu machen. Wichtige aktuelle Themen sind zudem die Spannungen mit Russland nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien sowie die Krise in Syrien. (tt/cte/dpa)

Boko Haram in Nigeria: Seit 2013 mehr als tausend Kinder entführt

Noch immer befinden sich in Nigeria mehr als hundert Schulkinder in der Gewalt von Boko Haram. In den vergangenen fünf Jahren hat die islamistische Terrororganisation in dem westafrikanischen Land mehr als tausend Mädchen und Jungen entführt. Das geht aus einem Bericht von Unicef hervor anlässlich des vierten Jahrestages der Massenentführung in der Stadt Chibok. Am 14. April 2014, waren 276 Mädchen aus einer Schule verschleppt worden. Seitdem konnten viele der Mädchen fliehen oder wurden gegen Lösegeld und im Austausch gegen inhaftierte Boko-Haram-Mitglieder freigelassen. Boko Haram lässt sich mit "westliche Bildung ist Sünde" übersetzen. Laut Unicef wurden seit 2009 mindestens 2295 Lehrer getötet und mehr als 1400 Schulen zerstört. (als)

Bargeld, Aktien, Versicherungen: Vermögen in Deutschland steigt auf Rekordwert

Die gute Wirtschaftslage schlägt sich im steigenden Wohlstand der Menschen in Deutschland nieder. Das Geldvermögen der privaten Haushalte ist im letzten Quartal 2017 auf einen Rekordwert von 5,857 Billionen Euro gestiegen, wie die Bundesbank mitteilte. Das ist ein Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres und um 1,4 Prozent zum Vorquartal. Zum Geldvermögen gehören Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - aber nicht Immobilien. Ein wichtiger Grund für den Anstieg sind die starken Kursgewinne an den Börsen Ende 2017. Die Gruppe derer, die Aktien und Investmentfonds besitzen, dürfte damit im Schnitt die höchsten Vermögenszuwächse verzeichnet haben. (fdi/ar/dpa)

Brexit-Folgen: Jaguar streicht rund tausend Jobs in England

Der größte britische Autohersteller plant offenbar einen deutlichen Arbeitsplatzabbau. Jaguar Land Rover wird laut Insidern rund tausend Stellen in zwei englischen Fabriken streichen und die Produktion von Fahrzeugen drosseln. Das melden die Nachrichtenagentur Reuters und ein Wirtschaftsjournalist des Fernsehsenders ITV übereinstimmend. Am Montag solle eine offizielle Mitteilung des Konzerns folgen. Ursache der Maßnahmen sind deutlich gesunkene Verkaufszahlen. Das Minus bei Jaguar beträgt in diesem Jahr bislang 26 Prozent, das bei Land Rover 20 Prozent. Der Autobauer selbst bestätigte grundsätzlich, angesichts des "anhaltenden Gegenwinds in der Automobilindustrie" die Produktion und die Personalzahlen anzupassen. Den Insidern zufolge sollen die Jobs in den beiden mittelenglischen Werken Solihull und Castle Bromwich wegfallen. Der Konzern bestätigte, auslaufende Arbeitsverträge von Mitarbeitern in Solihull nicht zu verlängern und die Belegschaft am kommenden Montag darüber informieren zu wollen. Die Zahl von insgesamt tausend wegfallenden Arbeitsplätzen wollte ein Konzernsprecher aber nicht kommentieren. Bereits im Januar hatte Jaguar Land Rover angekündigt, die Produktion im Werk in Halewood vorübergehend drosseln zu wollen. Auch damals hatte der Konzern die gesunkene Nachfrage infolge des Brexit-Votums und der britischen Steuererhöhungen für Dieselautos als Grund angegeben. Allgemein gehen die Autoverkäufe in Großbritannien zurück, im vergangenen Jahr sogar um zehn Prozent - ganz im Gegensatz zu den anderen europäischen Märkten, in denen mehr Autos verkauft wurden. Ein Grund dafür dürfte die gesunkene Kaufkraft vieler Briten sein, nachdem das Pfund infolge der Brexit-Entscheidung stark an Wert verloren und Importe damit verteuert hat. (fdi/dpa)

BKA und Verfassungsschutz: "Reichsbürger" verübten mehr als 10.500 Straftaten

Behörden und Politiker sind besorgt über die Gewaltbereitschaft unter "Reichsbürgern". Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Verfassungsschutz zählten in einem vertraulichen Lagebild, das dem SPIEGEL vorliegt, von 2015 bis Mitte 2017 mehr als 10.500 Straftaten durch "Reichsbürger". Allein im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres registrierte die Polizei 59 Gewaltdelikte sowie 139 Nötigungen und Bedrohungen. Teile der Szene sind laut der Analyse bereit, "ihre Ideologie im Sinne eines Selbstschutzes unter Gewaltanwendung zu verteidigen" und nähmen dabei auch Tote in Kauf. "Mehrere Vorfälle belegen, dass in der Szene neben querulatorischem Auftreten gegenüber Justiz und Verwaltung auch eine nicht zu unterschätzende Gewaltbereitschaft und Waffenaffinität herrscht", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Das Spektrum der Szene reiche "von Personen mit einem offenkundig gestörten Verhältnis zur Realität bis hin zu tickenden Zeitbomben", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Dort ist die Zahl der "Reichsbürger" seit 2016 von 300 auf fast 600 gestiegen, auch in anderen Bundesländern hat sich ihre Zahl verdoppelt, in Bayern stieg sie von 1700 im Jahr 2016 auf 3850 im Jahr 2017. (kno/mba/srö/wow)

Messerattacke in Hamburg: Sorgerechtsstreit als mögliches Tatmotiv

Der 33-Jährige, der am Donnerstag seine Tochter und ihre Mutter an einem Hamburger S-Bahnhof erstochen haben soll, fürchtete möglicherweise um seinen Aufenthalt in Deutschland. Eine Familienrichterin hatte laut einem Justizsprecher der Mutter das alleinige Sorgerecht zugesprochen - einen Tag vor der Tat. Die Entscheidung könnte sich auf den Aufenthaltsstatus des Verdächtigen auswirken. Die Sorge um den Aufenthalt könnte ein möglicher Auslöser für die Tat gewesen sein. Die Polizei spricht bisher allerdings nur von einer "Beziehungstat". Der Tatverdächtige Mourtala M. stammt aus dem Niger. Im November 2013 kam er mit der "Lampedusa-Gruppe" aus Italien nach Hamburg. Zu dieser gehören schätzungsweise 300 Menschen aus verschiedenen Ländern Afrikas, die gemeinsam ein Bleiberecht forderten. (lek/jpz/dpa)

Berlin: Volksbühnen-Intendant Dercon tritt zurück

Chris Dercon räumt seinen Posten. Das teilte Berliner Kulturverwaltung am Freitag mit. Der umstrittene Intendant der Berliner Volksbühne wird mit sofortiger Wirkung zurücktreten. Darauf hätten sich Kultursenator Klaus Lederer und Dercon einvernehmlich verständigt. Gegen die Ernennung Dercons hatte es diverse Proteste gegeben. Dem Nachfolger von Frank Castorf wurde vorgeworfen, aus der Traditionsbühne eine "Eventbude" zu machen. Auch innerhalb des Ensembles war der neue Intendant hoch umstritten. Acht Schauspieler waren mit dem Wechsel ausgeschieden, im Dezember 2017 verließ auch die Starschauspielerin Sophie Rois die Volksbühne. Die ersten Inszenierungen unter Dercon kamen bei Publikum und Kritik sehr gemischt an. (kae/dpa)

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