Mittwoch, 14. Februar 2018

KURZMELDUNGEN

Syrienkrieg: Erdogan droht USA mit "osmanischer Ohrfeige"

Kurz vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan eine Drohung ausgesprochen. Er warnte die US-Truppen in der Kurdenenklave Manbidsch davor, einem möglichen türkischen Angriff auf die YPG in der nordsyrischen Stadt im Wege zu stehen. In einer Ansprache vor der Fraktion seiner Partei AKP in Ankara drohte er der Nachrichtenagentur dpa zufolge den amerikanischen Soldaten für diesen Fall mit einer "osmanischen Ohrfeige". Die türkische Armee hat am 20. Januar eine Offensive gegen die YPG in der nordsyrischen Region Afrin begonnen. Erdogan hat mehrfach damit gedroht, danach die YPG in Manbidsch anzugreifen. 2016 hatte eine von der YPG geführte und von den USA unterstützte Koalition Manbidsch von der Terrormiliz "Islamischer Staat" befreit. (hue/dpa)

Südafrika: ANC beruft Präsident Zuma ab

Südafrikas Regierungspartei ANC drängt den Staatspräsidenten Jacob Zuma öffentlich zum Rücktritt. Auf Twitter schrieb die Partei, sie habe diese Entscheidung in Übereinstimmung mit den Parteistatuten beschlossen. Zuma seien die Wünsche in der Nacht zum Dienstag übermittelt worden, sagte ANC-Generalsekretär Ace Magashule. Der Präsident soll einem Rücktritt grundsätzlich zugestimmt haben. Er habe sich aber eine mehrmonatige Bedenkzeit erbeten. Das habe der ANC abgelehnt. Hintergrund der Aufforderung zum Rücktritt sind mehrere Korruptionsaffären Zumas, die schlechte wirtschaftliche Lage Südafrikas und die seit mehr als einem Jahr miserablen Umfragewerte des Staatschefs. (hue/dpa)

Autor von "Fire and Fury": Wolff rechnet mit Impeachment Trumps

Michael Wolff, der Autor des kontroversen Enthüllungsbuchs "Fire and Fury" über Donald Trump, rechnet damit, dass es im Zuge der Russlandaffäre zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten kommt. Er halte ein sogenanntes Impeachtment für "wahrscheinlich", sagte Wolff dem SPIEGEL. "Wenn ich Vorhersagen treffen müsste, würde ich sagen, dass dies ein Zug ist, der auf eine Mauer zurast", fügte er hinzu. "Wir wissen nur nicht, wann die Mauer kommt, aber wir wissen, dass da eine Mauer ist, und wir wissen, dass es krachen wird." Wolffs Buch über das Innenleben des Weißen Hauses und Trumps Chaos-Präsidentschaft führt die US-Bestsellerlisten an, seit es Anfang Januar in den USA herauskam, und ist inzwischen in 35 Sprachen übersetzt. Es hat aber auch zu heftiger Kritik geführt, vor allem wegen seiner unklaren Quellenlage. Trump und sein Lager bezeichnen es als "Lügenbuch", während Trumps Gegner es als Bestätigung der Amtsunfähigkeit des US-Präsidenten sehen. Die deutsche Ausgabe, betitelt "Feuer und Zorn", erscheint am 16. Februar. Das ganze Interview mit Wolff lesen Sie hier(mpi/ron)

Sex als Gegenleistung für Hilfe: Neue Vorwürfe gegen Oxfam

Die Hilfsorganisation Oxfam gerät immer stärker unter Druck. Mitarbeiter sollen Frauen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben, im Austausch für Unterstützung in Notsituationen. Das berichtete die ehemalige Oxfam-Managerin Helen Evans dem britischen Fernsehsender Channel 4. Allein sie habe von drei Fällen sexueller Übergriffe binnen 24 Stunden gehört. Via Twitter kritisierte Evans, Oxfam sei solchen Vorfällen ungenügend nachgegangen. Nun räumt Oxfam ein, nicht immer angemessen reagiert zu haben. Nach Berichten über Sexpartys von Oxfam-Mitarbeitern mit Prostituierten in Haiti und im Tschad war am Montag die britische Vizechefin Penny Lawrence zurückgetreten. Mehr dazu lesen Sie hier(hue/dpa)

Umweltschutz: Bundesregierung erwägt kostenlosen öffentlichen Nahverkehr

Die Bundesregierung muss ihre Maßnahmen für saubere Luft in Städten deutlich ausweiten. Sonst droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Kostenloser öffentlicher Nahverkehr in Städten ist nach einem Medienbericht eine der Überlegungen zur Abgasvermeidung. Auch über die Einführung von Fahrverboten in ausgewiesenen Straßen werde nachgedacht. Das wolle man in Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Reutlingen und Mannheim testen. Dies geht aus einem Brief von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hervor, der dem Magazin "Politico" vorliegt. (hue/dpa)

Volksverhetzung: Holocaust-Leugnerin Haverbeck muss voraussichtlich ins Gefängnis

Die wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck muss voraussichtlich ins Gefängnis. Die 89-Jährige scheiterte vor dem Oberlandesgericht Celle in Niedersachsen mit einem Revisionsantrag gegen ein Urteil des Landgerichtes Verden, das sie Ende August 2017 wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt hatte. In dem Verfahren seien keine Rechtsfehler festgestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Damit sei das Urteil gültig. Haverbeck wurde schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Wiederholt behauptete sie, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. (mst/dpa)

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