Mittwoch, 10. Januar 2018

KURZMELDUNGEN

Bundeswehr: Zahl der minderjährigen Rekruten steigt

Die Bundeswehr hat noch nie so viele Minderjährige ausgebildet wie im vergangenen Jahr. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die Zahl der bei Dienstantritt noch nicht volljährigen Soldaten sei im vergangenen Jahr auf 2128 gestiegen. Seit Aussetzen der Wehrpflicht seien kontinuierlich mehr Minderjährige verpflichtet worden. Ihre Zahl habe sich seit 2011 verdreifacht, die Zahl der Soldatinnen unter 18 Jahren sogar verachtfacht. Auch nach der Probezeit seien Dutzende Rekruten noch nicht volljährig gewesen. (lek/cte/dpa)

Nach Angriff auf Fußballprofi: Deniz Naki steht unter Polizeischutz

Nach den nächtlichen Schüssen auf das Auto des Fußballprofis Deniz Naki steht der 28-Jährige unter Polizeischutz. Naki halte sich an einem verborgenen Ort auf, sagte sein Anwalt Soran Haldi Mizrak. In der Nacht zu Montag war Naki auf der A4 nahe Düren bei Aachen aus einem fahrenden Wagen beschossen worden. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung gegen Unbekannt. Der Ex-Spieler von St. Pauli mit kurdischen Wurzeln gilt als Kritiker der türkischen Regierung und sieht sich als Opfer eines politisch motivierten Mordanschlags. Naki spielt aktuell beim Drittligisten Amed SK in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir, er ist zur Zeit auf Familienbesuch in Deutschland. (lek/bbr/dpa)

Türkei: Erdogan will Militäreinsatz in Syrien ausweiten

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Militäreinsatz in den kurdisch kontrollierten Regionen Afrin und Manbidsch in Syrien angekündigt. "Jetzt ist es so weit, das Projekt der separatistischen Terrororganisation, einen Syrien-Terrorkorridor zu errichten, vollkommen zunichtezumachen", sagte Erdogan. Mit "separatistischer Terrororganisation" meint Erdogan die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, deren syrischer Ableger YPG die Regionen Afrin und Manbidsch kontrolliert. Die Türkei werde den im August 2016 begonnenen Militäreinsatz in Nordsyrien "Schutzschild Euphrat" ausweiten, um "Sicherheit und Ruhe entlang der gesamten Grenze" herzustellen, sagte Erdogan. (aev/rem/dpa)

Rassismusvorwurf gegen H&M: Aufruhr im Internet und fallende Aktien

Nach Veröffentlichung eines kontroversen Werbefotos der schwedischen Modekette H&M hagelte es massiv Kritik im Netz. Das Textilunternehmen hatte das Foto eines dunkelhäutigen Jungen veröffentlicht, der einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolster Affe im Dschungel" trägt. Andere Kleidungsstücke der Kollektion, etwa mit der Aufschrift "Überlebensexperte", wurden von weißen Kindermodels präsentiert. Schwere Rassismusvorwürfe ließen die H&M-Aktie zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 2009 fallen. Das Unternehmen nahm den umstrittenen Pullover nun aus dem Sortiment. (klk/dpa)

Raumfahrt: SpaceX verliert offenbar Spionage-Satellit

Ein milliardenteurer US-Spionage-Satellit, der mit einer "Falcon 9"-Rakete des privaten Unternehmens SpaceX ins Weltall gebracht werden sollte, hat den Orbit offenbar nicht erreicht. Das berichten das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zwei über die Mission unterrichtete US-Offizielle sprachen demnach von einem Totalverlust. Der Spionage-Satellit habe sich nicht von der zweiten Stufe der Rakete lösen können, hieß es weiter. Er sei zerbrochen und in der Atmosphäre verglüht, sagten die beiden Offiziellen, die anonym bleiben wollten. Der Satellit müsse wohl abgeschrieben werden. SpaceX-Gründer Elon Musk äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall; ein Sprecher des Unternehmens sagte, die bisher untersuchten Daten würden nicht auf eine Fehlfunktion der Rakete hinweisen. (brt/rem)

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