Donnerstag, 21. Dezember 2017

KURZMELDUNGEN

Umstrittene Justizreform: EU-Kommission leitet Sanktionsverfahren gegen Polen ein

Die EU-Kommission will ein Sanktionsverfahren gegen Polen wegen Gefährdung von Grundwerten der Europäischen Union einleiten. Dies teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Es ist das erste Verfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge in der Geschichte der Gemeinschaft. Grund sind die Justizreformen der nationalkonservativen Regierungspartei PiS, die aus Sicht der Kommission die Rechtsstaatlichkeit und die Gewaltenteilung aushöhlen. In einer ersten Reaktion kritisierte Polen den Beschluss scharf: Aus dem Außenministerium hieß es, die Entscheidung habe politischen und nicht rechtlichen Charakter. Sie belaste die gegenseitigen Beziehungen unnötigerweise und erschwere den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen und Einigkeit. (rem/dpa)

Brexit: Brüssel bietet Großbritannien Übergangsfrist bis 2020

Die Europäische Union bietet Großbritannien nach dem Brexit eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 an. Dies teilte EU-Unterhändler Michel Barnier mit. In dieser Übergangszeit, in der London im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion bleiben will, sollen auch neue Entscheidungen und die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshof weiter für Großbritannien gelten. Das Land werde aber keine Mitsprache in den europäischen Institutionen mehr haben, stellte Barnier klar. Gleichzeitig bekräftigte Barnier, dass die EU die künftigen Beziehungen mit einem Freihandelsabkommen ähnlich wie mit Kanada, Südkorea oder Japan regeln und bis Oktober 2018 dafür Eckpunkte vereinbaren wolle. (aev/rem/dpa)

Kryptowährung: Südkoreanische Bitcoin-Börse schließt nach Hackerangriff

Eine südkoreanische Handelsplattform für die Kryptowährung Bitcoin ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die Börse "Youbit" habe ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und werde geschlossen, teilte der Inhaber Yapian mit. Etwa 17 Prozent aller Bitcoin-Einlagen seien durch den Angriff verloren gegangen. Die verheerende Attacke ist nicht die erste ihrer Art. Schon im April war die Börse Opfer eines Hackerangriffs geworden. Youbit war keine sonderlich bekannte Bitcoin-Börse. Allerdings gilt Südkorea als eine Hochburg für Digitalwährungen wie Bitcoin, weil diese in der Bevölkerung sehr beliebt sind. Südkoreas Regierung hatte zuvor bereits Maßnahmen zur Kontrolle des Handels angekündigt. (rem/dpa)

Anti-IS-Offensive: Mindestens 9000 Zivilisten sollen bei Kampf um Mossul getötet worden sein

Bei den Kämpfen um das irakische Mossul sind fast zehn Mal mehr Menschen umgekommen als bisher gemeldet. Der Nachrichtenagentur AP zufolge wurden bei den Kämpfen zwischen 9000 und 11.000 Menschen getötet. Die nun genannte Zahl der Toten wird von keiner der Kriegsparteien - der Anti-IS-Koalition, der irakischen Regierung und dem IS - bestätigt. Die irakische Armee und ihre Partner, unter anderem die USA, sollen laut AP für den Tod von mindestens 3200 Zivilisten verantwortlich sein. Im Juli hatte die irakische Armee nach neun Monaten die vollständige Eroberung der Stadt Mossul von der Terrormiliz "Islamischer Staat" vermeldet. (bau/dop)

Embryo war 24 Jahre lang eingefroren: Amerikanerin bringt Rekord-Baby zur Welt

Emma Wren Gibson wurde am 25. November im US-Bundesstaat Tennessee geboren, sie war rund drei Kilo schwer und etwa 50 Zentimeter groß. Ihre Geburt sorgt nun in den USA und international für Schlagzeilen. Denn Emmas Mutter, Tina Gibson, hatte sich Anfang des Jahres einen Embryo einpflanzen lassen - der bereits am 14. Oktober 1992 eingefroren wurde. Damit ist es der älteste gefrorene Embryo, der je zu einer erfolgreichen Geburt geführt habe, berichtet unter anderem der Sender CNN. Der bisherige Rekord lag demnach bei 20 Jahren. Die Eltern waren den Angaben zufolge selbst überrascht, als sie vom Alter des Embryos erfuhren. "Dieser Embryo und ich, wir hätten beste Freunde sein können", sagt Tina Gibson - denn zu dem Zeitpunkt, als dieser eingefroren wurde, war sie selbst noch ein Baby. Heute ist Tina Gibson 26 Jahre alt. Gegenüber CNN sagte sie. "Ich wollte bloß ein Baby haben. Mir ist es egal, ob das ein Weltrekord ist oder nicht." Sie sei unfassbar dankbar. Ihre Tochter sei "ein wertvolles Weihnachtsgeschenk". Laut CNN stammte der Embryo ursprünglich von einer anonymen Spenderin. Er sei so lange aufbewahrt worden, bis er von jemandem genutzt werden konnte, der selbst auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen konnte. Er wurde am 13. März 2017 im National Embryo Donation Center in Knoxville aufgetaut und bei Gibson eingepflanzt. (aar)

Olympia 2018: USA erwägen Verschiebung von Militärübungen mit Südkorea

Wegen der Olympischen Winterspiele in Südkorea prüfen die USA nach Angaben des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In eine Verschiebung der gemeinsamen Frühjahrs-Militärmanöver. "Ich habe einen solchen Vorschlag gemacht und die USA überprüfen ihn derzeit", sagte Moon dem amerikanischen Sender NBC. Er schränkte jedoch ein, dass ein solcher Schritt vom Verhalten Nordkoreas abhänge. Falls Nordkorea seine "Provokationen" in der Zeit vor Olympia einstelle, werde das dazu beitragen, sichere Spiele auszutragen, sagte Moon. Die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang finden vom 9. bis zum 25. Februar statt. (rem/dpa)

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