Samstag, 16. Dezember 2017

KURZMELDUNGEN

Mögliche GroKo: SPD-Parteivorstand will Sondierung mit Union

Die SPD-Führung hat sich für Sondierungsgespräche mit der Union über Möglichkeiten einer Regierungsbildung ausgesprochen. Der Parteivorstand folgte damit einer Empfehlung von Parteichef Martin Schulz. Das Ergebnis war einstimmig. Die Union will dabei alleine über eine Große Koalition beraten. In der SPD gibt es allerdings Widerstände, weswegen aus Sicht der Sozialdemokraten auch über Optionen wie die Tolerierung einer Minderheitsregierung oder eine Kooperations-Koalition verhandelt werden soll. (bau/dpa)

Kindesmissbrauch: Darf das Beichtgeheimnis Täter schützen?

Zehntausende Kinder sind in australischen Einrichtungen über Jahrzehnte hinweg missbraucht worden - sehr viele der Kinderschänder sind katholische Geistliche oder sonstige Kirchenleute. Das geht aus dem Abschlussbericht einer offiziellen Untersuchungskommission hervor, die fünf Jahre lang gearbeitet und nun ihren Bericht offiziell vorgestellt hat. 

Australiens katholische Kirche bittet die Opfer zwar um Entschuldigung: "Im Namen der katholischen Bischöfe und religiösen Führer erneuere ich unsere uneingeschränkte Entschuldigung an die Betroffenen für dieses Leid", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Melbournes Erzbischof Denis Hart. Zugleich wies er jedoch Vorschläge der Kommission zurück, das Zölibat und das Beichtgeheimnis zu lockern. So sollen zum Beispiel Priester Fälle sexuellen Missbrauchs anzeigen können, von denen sie im Beichtstuhl erfahren. "Die Strafe für jeden Priester, der das Beichtgeheimnis bricht, ist die Exkommunikation", so Hart. (aar/rem/dpa)

Südchinesisches Meer: China baut offenbar Militärstützpunkte aus

China hat, das zeigen Satellitenaufnahmen der Asia Maritime Transparency Initiative, seine Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer weiter ausgebaut. Laut der Organisation sind unter anderem neue Flugzeughangar, unterirdische Lager und Radaranlagen zu erkennen. Schon seit Längerem lässt die chinesische Regierung im Gebiet der von mehreren asiatischen Ländern beanspruchten Spratlys künstliche Inseln aufschütten, um Hafenanlagen und Flugplätze zu bauen. Die USA werfen Peking vor, dort vor allem militärisch nutzbare Einrichtungen wie Landepisten, Radartürme, Bunker und Geschützstellungen anzulegen. (bau/dpa)

Oscars 2018: "Aus dem Nichts" weiter im Rennen

Der deutsche Film "Aus dem Nichts" mit Diane Kruger hat im Oscar-Rennen eine weitere Hürde mit Erfolg genommen. Das NSU-Drama von Regisseur Fatih Akin schaffte es auf die Sportlist der nicht-englischsprachigen Filme, wie die Oscar-Akademie am Donnerstag mitteilte. 92 Länder - eine Rekordzahl - hatten sich für 2018 um den Oscar in der Sparte "nicht-englischsprachiger Film" beworben. Acht weitere Filme sind noch im Rennen: "The Square" (Schweden), "Eine fantastische Frau" (Chile), "Loveless" (Russland), "Foxtrot" (Israel), "Körper und Seele" (Ungarn), "Félicité" (Senegal), "Die Wunde" (Südafrika) und "The Insult" (Libanon). Am 23. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, welche fünf Filme in die Endrunde kommen. (kfi/feb/dpa)

Beate Uhse: Erotikhändler meldet Insolvenz an

Der Erotikhändler Beate Uhse will Insolvenz beantragen, um sich in Eigenregie zu sanieren. Das Unternehmen kämpft trotz hoher Bekanntheit seiner Marke seit Jahren mit Imageproblemen, rückläufigen Umsätzen und anhaltenden Verlusten. Hintergrund des Insolvenzantrags sind gescheiterte Bemühungen, eine Umschuldung von Verbindlichkeiten in Höhe von 30 Millionen Euro zu erreichen. Dabei sei keine Einigung mit den Gläubigern erzielt worden. Das Unternehmen hatte mehrfach Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten korrigieren müssen. (bau/dpa)

Ski Alpin: Ferst gewinnt ersten deutschen Herren-Super-G seit 27 Jahren

Josef Ferstl hat den Super-G von Gröden gewonnen und damit eine fast 27 Jahre währende Durststrecke beendet. Der Skirennfahrer aus Oberbayern raste am Freitag zum ersten deutschen Weltcup-Sieg seit 1991. Markus Wasmeier hatte zuletzt einen Sieg in dieser Disziplin geholt. Weniger gute Nachrichten kommen dagegen von Slalomfahrer Felix Neureuther. Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang finden ohne den am Kreuzband verletzten Deutschen statt. "Ich musste einsehen, dass eine Operation das Vernünftigste ist", teilte Neureuther am Freitag mit. (rem/dpa)

Tischtennis: Dimitrij Ovtcharov führt ab Januar die Weltrangliste an

Weltcupsieger Dimitrij Ovtcharov ist ab Januar die Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste. Der 28-Jährige rückt durch seinen Einzug ins Viertelfinale des World-Tour-Jahresfinales vom dritten Platz an die Spitze vor - als zweiter Deutscher nach Timo Boll. Ovtcharov löst damit Chinas Olympiasieger und Weltmeister Ma Long ab, der seit März 2015 das Ranking anführt. Der Sprung an die Spitze gelang Ovtcharov in Kasachstan durch einen 4:3-Achtelfinalerfolg gegen Japaner Koki Niwa, die neue Rangliste gilt aber erst ab Januar. Ovtcharov gewann in diesem Jahr sechs internationale Turniere, darunter den World Cup, die China Open und die German Open. (bka/sid/bau)

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