Donnerstag, 30. November 2017

KURZMELDUNGEN

Den Haag: Kriegsverbrecher Praljak nach Gifteinnahme tot

Das UN-Kriegsverbrechertribunal hat den Tod des zu 20 Jahren Haft verurteilten bosnisch-kroatischen Generals Slobodan Praljak bestätigt. Er starb in einem Krankenhaus in Den Haag, sagte ein Sprecher des Tribunals am Mittwoch. Der 72-Jährige hatte im Gerichtssaal aus einer kleinen Flasche oder einem Glas getrunken, in dem sich nach seinen Worten Gift befand.

Während des Bosnienkriegs (1992-1995) war Praljak Militärchef der bosnischen Kroaten. Er saß seit 2004 in den Zellen des Uno-Kriegsverbrechertribunals im Nordseebad Scheveningen in Den Haag. Praljak hatte sich dem Uno-Gericht selbst gestellt. Kurz zuvor hatte das Tribunal die Anklage gegen ihn veröffentlicht. Der Mann mit dem grau-weißen Haarschopf und einem Vollbart hatte erklärt, unschuldig zu sein. (dop/rem/dpa)

Bundeswehr: Bundesgerichtshof hebt Haftbefehl gegen Franco A. auf

Franco A. ist wieder auf freiem Fuß: Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen den rechtsextremen Bundeswehrsoldaten aufgehoben. Das beschloss der 3. Strafsenat in Karlsruhe. Aus dem bisherigen Ermittlungsergebnis lasse sich der dringende Tatverdacht für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nicht herleiten, teilte das Gericht mit. 

Der Oberleutnant soll gemeinsam mit Komplizen aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus einen Anschlag vorbereitet haben. Den ersten Ermittlungen zufolge wollte er dabei den Verdacht auf Flüchtlinge lenken - und hatte sich daher unter falscher Identität selbst als Asylsuchender aus Syrien registrieren lassen. (rem/jdl/dop)

Stuttgart 21: Wohl eine Milliarde Euro teurer, dafür ein Jahr später fertig

Das Bahn-Projekt Stuttgart 21 soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant. Die Deutsche Bahn erwartet nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen. Zugleich verzögert sich demnach die Fertigstellung des Bahnhofs vom Jahr 2023 auf Ende 2024. Der neue Zeit- und Kostenplan soll auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats im Januar beschlossen werden. Als Gründe wurden unter anderem gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt. (rem/dpa)

Arbeitsmarkt: So viele offene Stellen wie lange nicht

Die deutsche Wirtschaft bleibt ein Jobmotor: Im November hätten Betriebe so viele Arbeitskräfte gesucht wie selten zuvor, geht aus dem Mittwoch veröffentlichten Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Der seit 2005 bestehende BA-X stieg mit 249 Punkten auf einen neuen Höchststand. Er lag damit um drei Punkte über dem bisherigen Rekordwert vom Vormonat. Nach Bundesagentur-Erkenntnissen gab es zuletzt besonders viele freie Stellen im Handel und der Industrie, vor allem in der Metall-, Elektro- und Stahlbranche. Jede fünfte der bei der Bundesagentur gemeldeten freien Stellen stammen aus diesen Bereichen. (rem/dpa)

Opel: PSA verlangt Hälfte des Kaufpreises zurück

Vier Monate nach dem Kauf von Opel will der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën vom früheren Eigentümer General Motors rund die Hälfte des Kaufpreises wiederhaben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus eingeweihten Kreisen. Wegen der hohen CO2-Emissionen von Opel, die angesichts schärferer Abgasziele in Europa zu hohen Strafzahlungen führen könnten, fordern die Franzosen mehr als 500 Millionen Euro zurück. Ein Insider sprach sogar von einer Summe zwischen 600 und 800 Millionen Euro. Der französische Autobauer hatte rund 1,3 Milliarden Euro für Opel bezahlt. PSA und GM lehnten eine Stellungnahme ab. (rem/mik)

Sicherheitslücke: Apple kündigt Software-Update an

Apple will einen Fehler in seinem aktuellen Betriebssystem für Mac-Computer ausbessern, durch den der Passwort-Schutz ausgehebelt werden kann. "Wir arbeiten an einem Software-Update, um das Problem anzugehen", teilte Apple mit. Ein Computer-Experte aus der Türkei wies den Konzern am Dienstag per Twitter darauf hin, dass sich jeder mit einem sogenannten Root-Account für Änderungen am System in die Computer einloggen könne. Dazu reiche es an Rechnern mit dem MacOS-System "High Sierra" aus, den Benutzernamen "root" zu wählen, kein Passwort einzugeben und mehrfach den Login-Knopf zu drücken. (rem/dpa)

Unfall auf der A57: Sechs Verletzte, Verursacher flüchtet

Nach einer schweren Karambolage mit sechs Verletzten auf der Autobahn 57 am Niederrhein ist der mutmaßliche Unfallverursacher entkommen. Von dem Autofahrer fehlte trotz Suche mit Helikopter und Spürhunden jede Spur, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Der Unbekannte raste den Angaben zufolge in der Nacht nahe Uedem in Fahrtrichtung Niederlande in die Mittelleitplanke. Er ließ seinen Wagen dort ungesichert stehen und flüchtete zu Fuß. Kurz darauf kollidierten sieben weitere Autos mit dem Unfallwagen, auch ein Lastwagen war an der Karambolage beteiligt. Vier Menschen wurden schwer verletzt, zwei weitere konnten das Krankenhaus nach kurzer Zeit wieder verlassen. (rem/dpa)

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