Samstag, 11. November 2017

KURZMELDUNGEN

Brexit-Verhandlungen: EU setzt Briten Zwei-Wochen-Frist

Die EU setzt Großbritannien eine Frist von zwei Wochen, um Zugeständnisse in den Brexit-Verhandlungen zu machen. Wenn es innerhalb von 14 Tagen keine Grundsatzeinigung über die Rahmenbedingungen für den Austritt gebe, werde man im Dezember nicht wie geplant mit den Gesprächen über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien beginnen können, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier. 

Verhandelt wurde in den vergangenen beiden Tagen erneut über die britischen Finanzverpflichtungen, den künftigen Status der nordirisch-irischen Grenze sowie die Frage, wie nach dem Brexit die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien gesichert werden sollen. Eindeutige Fortschritte sind für die EU Voraussetzung dafür, dass über die künftigen Beziehungen gesprochen wird. Damit sollte eigentlich im Dezember begonnen werden können. 

Der britische Verhandlungsführer David Davis forderte die EU zu Flexibilität auf und sprach von der Notwendigkeit politischer Diskussionen. Wie künftig die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien aussehen, muss eigentlich bis Ende März 2019 geklärt sein. Wenn es bis dahin keine Verständigung oder keinen Rückzug vom Brexit gibt, scheidet das Vereinigte Königreich mit potenziell schwerwiegenden Folgen vor allem für die Wirtschaft ungeregelt aus der Europäischen Union aus. (cte/dpa)

Jamaika-Koalition: Die Grünen verständigen sich auf Wunschministerien

Die Grünen haben sich nach SPIEGEL-Informationen bei einem Treffen am Sonntag darauf verständigt, um welche Themenfelder und damit Ministerien sie bei den Verhandlungen für eine Jamaikakoalition kämpfen wollen. Bei der Klausur der 14 Sondierer auf dem GLS Campus im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg einigte man sich darauf, dass die Grünen das Umweltressort einfordern wollen. Nach SPIEGEL-Informationen soll zudem ein weiteres Ökoministerium angestrebt werden, entweder das Landwirtschafts- oder das Verkehrsministerium. Als drittes Ressort zielen die Grünen am ehesten auf das Sozialministerium. In der Runde gab es einen breiten Konsens, dass es den Grünen nichts nütze, wenn sie das inzwischen eher einflusslose Außenministerium besetzten. (akm)

Attentat: Hamburger Messerstecher angeklagt

Mehr als drei Monate nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt hat die Bundesanwaltschaft einen 26-Jährigen wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Die Ermittler werfen Ahmad A. vor, einen Menschen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Das teilte die Karlsruher Behörde am Freitag mit. Ahmad K. hatte Ende Juli in einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek Kunden mit einem Messer attackiert. Ein 50-Jähriger wurde getötet, sechs weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der Täter sehe seine Tat zwar als "Beitrag zum weltweiten Dschihad", eine Verbindung zu einer Terrororganisation gebe es aber nicht. (rem/dpa)

Kindesmissbrauch durch Schwimmlehrer: Mehr Opfer vermutet

In Baden-Württemberg soll ein Schwimmlehrer zahlreiche Kinder in seinen Schwimmkursen sexuell missbraucht haben. Wie viele Opfer es genau sind, ist noch unklar. Der Mann hatte in den vergangenen Jahren Hunderte Kinder unterrichtet. Laut Staatsanwaltschaft liegen gegen den 33-jährigen selbstständigen Schwimmlehrer zwei Anzeigen von Eltern fünfjähriger Mädchen vor. Auf ein Schreiben des Polizeipräsidiums Offenburg an alle Schwimmschüler des Mannes hin hätten sich weitere acht Eltern gemeldet, sagte Staatsanwalt Michael Klose. Die Staatsanwaltschaft geht allerdings von weiteren Fällen aus. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler Videos, die der Mann mit einer Unterwasserkamera aufgenommen haben soll. Die Ermittlungen werden voraussichtlich noch mehrere Monate dauern. (ez/dpa)

Online-Betrug: Roboter legt Kriminelle aufs Kreuz

Die neuseeländische Verbraucherschutzorganisation Netsafe hat mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) einen sogenannten Chatbot programmiert, der Kriminelle im Internet abwehrt und ausspioniert. Dabei geht es beispielsweise um Phishing-Attacken, mit denen Scammer versuchen, etwa Kontodaten oder Passwörter von Bürgern im Netz zu erbeuten. 

Der Chatbot benimmt sich im Internet wie ein normaler Bürger, und er hat Mail-Adressen, auf die er Betrüger lockt. In den ersten 24 Stunden nach dem Einschalten landeten bereits rund 6000 Betrüger-Mails auf den Accounts der Initiative "Re:Scam". Die Software verwickelt die Kriminellen in ausufernde Mail-Konversationen; sie ist so programmiert, dass sie sich dabei naiv stellt, normalen neuseeländischen Slang benutzt und auch schon mal Rechtschreibfehler einbaut. Am ersten Tag begannen schon 1000 solcher Chats. Das Programm beschäftigt die Kriminellen so lange es kann und saugt dabei zugleich deren Daten ab. (ch)

Hochsee-Regatten: Deutsches Duell im Atlantik

Zwei Deutsche liegen bei der Hochseeregatta "Transat Jacques Vabre" von Frankreich nach Brasilien dicht beeinander. Das ist sehr ungewöhnlich im internationalen Rennzirkus der Hightechjachten. Bislang spielten dort Deutsche kaum eine Rolle, vor allem Franzosen und Engländer dominieren den Sport. 

Die Deutsche Isabelle Joschke liegt aber jetzt mit ihrem Co-Skipper Pierre Brasseur auf Platz 6, der Hamburger Boris Herrmann mit seinem zweiten Mann Thomas Ruyant auf Platz 7. Beide segeln in der Klasse der 60-Fuß-Jachten (IMOCA), am Freitagnachmittag lagen nur wenige Meilen zwischen beiden Booten. Transatlantik-Rennen wie das "Transat Jacques Vabre" sind berüchtigt für schwere Unfälle. Auch jetzt hat es schon Konkurrenten erwischt: Der Trimaran "Drekan Group" kenterte rund 300 Seemeilen vor den Azoren in einer harten Böe, die beiden Segler mussten von einem Frachter gerettet werden, der glücklicherweise nur 30 Seemeilen entfernt war. (ch)

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