Freitag, 10. November 2017

KURZMELDUNGEN

Mordserie: Krankenpfleger soll 106 Menschen umgebracht haben

Im Fall der Mordserie des ehemaligen Krankenpflegers Niels Högel aus Niedersachsen gehen die Ermittler inzwischen von 106 Toten aus. Dies teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Abschluss weiterer toxikologischer Untersuchungen in Oldenburg mit. Zuvor waren die Ermittler von 90 Taten ausgegangen. Zwischen 2000 und 2005 hatte Högel Intensivpatienten verschiedene Medikamente verabreicht, um Herz-Kreislauf-Stillstände auszulösen und sie anschließend wiederzubeleben. Damit wollte er sich vor Kollegen als heldenhafter Retter beweisen. Die meisten der Patienten überlebten das nicht. Högel wurde in zwei Prozessen bereits wegen sechs Morden verurteilt und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Anfang kommenden Jahres will die Staatsanwaltschaft wegen der neuen Fälle Anklage erheben. (ez/dpa)

Prognose: Steuerschätzer sagen Mehreinnahmen von 26 Milliarden Euro voraus

Die nächste Bundesregierung wird nur überschaubare zusätzliche Finanzspielräume haben. Die amtliche November-Steuerschätzung sagt dem Gesamtstaat aus Bund, Ländern, Gemeinden und EU bis 2021 Mehreinnahmen von 26,3 Milliarden Euro im Vergleich zu ihrer bisherigen Schätzung aus dem Mai voraus. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesfinanzministeriums hervor. Demnach können Bund, Länder und Kommunen im laufenden Jahr mit 734,2 Milliarden Euro an Steuereinnahmen rechnen. Das sind 1,8 Milliarden mehr als noch im Mai angenommen. Auf den Bund entfallen dabei allerdings nur 200 Millionen Euro. 2018 könnte der Bund zwar mit 6,8 Milliarden Euro mehr rechnen als noch im Mai erwartet. In den Jahren bis 2021 dürfte der künftige Bundesfinanzminister insgesamt aber nur über Mehreinnahmen von rund 1,7 Milliarden Euro verfügen. Die Analyse zeigt die finanziellen Möglichkeiten für die Verhandler einer Jamaikakoalition von Union, FDP und Grünen auf. (rem/stk/dpa)

Umstrittener Unkrautvernichter: EU vertagt erneut Glyphosat-Entscheidung

Im Dauerstreit um die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat haben sich die EU-Staaten erneut nicht einigen können. Im zuständigen Fachausschuss in Brüssel kam keine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der EU-Kommission zusammen, die Zulassung um fünf Jahre zu verlängern. Das teilte die Kommission mit. Auch gegen diesen Vorschlag gab es keine qualifizierte Mehrheit. Deutschland enthielt sich bei der Abstimmung. Die EU-Kommission erklärte anschließend, es solle nun ein Vermittlungsverfahren geben. 

Die Zulassung des Mittels läuft am 15. Dezember aus. An Glyphosat gibt es viel Kritik. Einerseits ist der Unkrautvernichter sehr wirksam, gilt als preiswert und wird weltweit genutzt. Andererseits steht Glyphosat im Verdacht, Krebs zu erregen und die Umwelt zu schädigen. Mehr zu Glyphosat und der Abstimmung der EU lesen Sie hier(mst/dpa)

"Alles Geld der Welt": Ridley Scott schneidet Kevin Spacey aus Film

Sechs Wochen vor dem geplanten US-Kinostart des Films "Alles Geld der Welt" sollen alle Szenen mit Kevin Spacey (58) herausgeschnitten werden. Wie US-Medien berichten, will Regisseur Ridley Scott Spaceys Rolle des Ölmilliardärs Jean Paul Getty in dem Entführungsdrama mit dem Schauspieler Christopher Plummer nachdrehen. Die Crew und Sony Pictures stünden einstimmig hinter der Entscheidung Scotts. Die Dreharbeiten würden sofort beginnen. In Deutschland soll der Film kommendes Jahr in die Kinos kommen. Gegen den "House of Cards"-Star Spacey mehren sich die Vorwürfe der sexuellen Belästigung. Netflix schmiss den US-Schauspieler aus der Erfolgsserie. (mst/dpa)

Schauspieler: Hans-Michael Rehberg mit 79 Jahren gestorben

Der Theater- und Fernsehschauspieler Hans-Michael Rehberg ist tot. Er starb bereits am Dienstagvormittag im Alter von 79 Jahren in Berlin, wie das Münchner Residenztheater am Donnerstag mitteilte. Rehberg wurde 1938 in Fürstenwalde bei Berlin geboren. Er gehörte zu den beliebtesten TV-Gesichtern, zumeist trat er aber in Nebenrollen auf. Einem großen Fernsehpublikum wurde er vor allem als ehrgeiziger Bischof Sebastian Hemmelrath aus der Fernsehserie "Pfarrer Braun" bekannt. Auch in vielen TV-Krimis wie "Schuld" nach Ferdinand von Schirach, "SOKO Kitzbühel" und "Derrick" trat Rehberg auf. (rem/dpa)

A3: Feuerwehr bespritzt Fahrzeuge von Gaffern mit Wasser

Die Feuerwehr hat Fahrzeuge von mutmaßlichen Gaffern an einer Unfallstelle auf der A3 im Spessart nahe Aschaffenburg mit Wasser bespritzt. Sie wollte die Fahrer damit vom Filmen und Fotografieren abhalten. Mit einem Schlauch spritzten die Rettungskräfte Wasser auf Lastwagen, die sehr langsam an dem Unglücksort vorbeifuhren oder gar stehen blieben. Dies sei geschehen, "um die Fahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen", sagte ein Polizeisprecher. Von mehr als zehn Lastwagenfahrern seien die Personalien aufgenommen worden. Sie seien mit einem Bußgeld belegt worden. Bei dem schweren Unfall waren drei Menschen gestorben. (mst/dpa)

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