Donnerstag, 09. November 2017

KURZMELDUNGEN

Deutschland: Fast jeder Fünfte ist arm

In Deutschland sind knapp 20 Prozent der Bevölkerung von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entspricht etwa 16 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. In allen Altersgruppen ist das Risiko für Frauen höher als für Männer, am größten ist die Kluft bei Menschen ab 65 Jahren. Eine Person gilt als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Lebenssituationen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. (asc/dpa)

Getötete Zweijährige in Hamburg: Verdächtiger Vater in Haft

Der Vater, der seine zweijährige Tochter in Hamburg getötet haben soll, sitzt nun in Deutschland in Untersuchungshaft. Er sei am Dienstagabend mit dem Flugzeug in die Hansestadt gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. Vor rund zwei Wochen hatten Polizisten das getötete Mädchen in der Wohnung der Eltern im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek gefunden. Es war durch eine Schnittverletzung am Hals gestorben. Nach einer knapp einwöchigen Fahndung war der Mann in der spanischen Region San Sebastian verhaftet worden. In etwa drei Monaten könnte das Gerichtsverfahren gegen den mutmaßlichen Mörder eröffnet werden. Dann könnte sich auch klären, ob der abgelehnte Asylbewerber aus Pakistan in Deutschland bleibt oder in sein Heimatland abgeschoben wird. (asc/dpa) 

Frankreich: Nationalversammlung hebt Immunität von Le Pen auf

"Keine Tabus": Mit dieser Einstellung blickt die Chefin des Front National, Marine Le Pen, dem Parteitag der Rechtspopulisten 2018 entgegen. Diese Haltung wird für Le Pen nun zum Problem. Das französische Parlament hat die Immunität der FN-Chefin aufgehoben. Sie hatte auf Twitter Gräuelfotos von Opfern der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) veröffentlicht. Die Verwaltung der Nationalversammlung erklärte, sie komme mit der Aufhebung einer Bitte der Justiz nach. Sie ermittelt wegen der "Verbreitung von Gewaltbildern" gegen die Politikerin. Le Pen drohen bei Verurteilung bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 75.000 Euro. Das Europaparlament hatte Le Pens Immunität bereits im März aufgehoben. Im Juni wechselte sie dann als Abgeordnete in die Pariser Nationalversammlung. Le Pen hatte die Fotos Ende 2015 getwittert. Sie wollte nach eigenen Angaben dagegen protestieren, dass ein Moderator Parallelen zwischen ihrer Partei und der IS-Miliz zog. (apr/dpa)

Nahost: Rohani warnt Saudis vor der Macht Irans

Der Iran will nach Angaben von Präsident Hassan Rohani zwar keine Spannungen mit Saudi-Arabien. Jedoch warnte er am Mittwoch, dass Riad es nicht darauf ankommen lassen sollte. "Falls die Saudis glauben, dass die USA und die Zionisten (Israel) nun ihr Freund sind und der Iran nicht, begehen sie einen gravierenden strategischen Fehler", sagte Rohani. Rohanis Stabschef forderte alle Fraktionen im Land auf, Ruhe zu bewahren und sich nicht von der neuen Führung in Saudi-Arabien provozieren zu lassen. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte dem Iran vorgeworfen, in den Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Rebellen auf den internationalen Flughafen Riads vor einigen Tagen involviert gewesen zu sein. Teheran beliefere die Huthi-Rebellen im Jemen mit Raketen, und der Angriff könnte seinen Angaben nach einem Kriegsakt gegen das Königreich gleichkommen. (mst/dpa)

Autoabgase: EU-Kommission beschließt 30 Prozent weniger CO2 bis 2030

Die EU-Kommission hat am Mittwoch ihren Vorschlag für schärfere CO2-Grenzwerte für Autos und Vans beschlossen. Dies teilte sie in Brüssel mit. Bis zum Jahr 2030 sollen Neuwagen 30 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen. Sonst drohen den Autobauern deftige Strafen. Darüber hinaus will die Kommission bis 2030 möglichst 30 Prozent Neuwagen mit Elektro- oder anderen alternativen Antrieben auf die Straße bringen. Derzeit reichen die Regeln bis 2021. Dann dürfen alle Modelle eines Herstellers im Mittel nur 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die neuen Zielvorgaben bauen darauf auf und gelten für die Jahre 2022 bis 2030. Künftig werden die Ziele aber nur noch in prozentualen Minderungsvorgaben ausgedrückt. (mst/dpa)

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