Dienstag, 07. November 2017

KURZMELDUNGEN

Katalonien-Krise: Puigdemont attackiert Spaniens Justiz

Der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hat Madrid für die Inhaftierung von Mitgliedern seiner ehemaligen Partei scharf kritisiert. In einem Gastbeitrag für den "Guardian" beschwert er sich über Spaniens Justiz, die eine "brutale juristische Offensive" gegen ihn und seine politischen Mitstreiter gestartet habe. Er fürchte, vor einem spanischen Gericht nicht unvoreingenommen angehört zu werden, schreibt er weiter. Während Puigdemont und vier seiner Minister sich nach Belgien abgesetzt haben, wurden in Spanien acht Mitglieder seiner früheren Regierung in Untersuchungshaft genommen. Puigdemont selbst darf vorerst in Belgien bleiben – unter Auflagen. Das hat ein belgischer Richter entschieden. (asc/dpa)

 

Besuch in Tokio: Trump wirft Japan unfaire Handelspolitik vor

US-Präsident Donald Trump hat Japan eine unfaire Handelspolitik vorgeworfen. "Wir wollen fairen und offenen Handel, aber im Augenblick ist unser Handel mit Japan nicht fair und offen", sagte Trump vor Wirtschaftsvertretern in Tokio. Er lobte Japan dafür, dass es amerikanische Militärgüter kaufe. Allerdings würde Japan Millionen Autos in die USA verkaufen. Die USA litten deshalb seit Jahren unter "massiven Handelsdefiziten" mit Japan. Japan ist die erste Station einer fast zweiwöchigen Asienreise, die Trump auch nach Südkorea, China, Vietnam und auf die Philippinen führt. Der Konflikt mit Nordkorea dürfte im Mittelpunkt seiner Gespräche stehen. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern stehen Handelsfragen auf Trumps Prioritätenliste aber ebenfalls weit oben. (mst/dpa)

Grenze zum Jemen: Saudischer Prinz stirbt bei Hubschrauberabsturz

Ein saudischer Prinz ist im Süden des Königreichs Saudi-Arabien bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen. Dies bestätigte das Innenministerium am Montag. Prinz Mansur bin Mukrin, stellvertretender Gouverneur der Provinz Asir an der Grenze zum Jemen, sei am Sonntag mit weiteren Insassen verunglückt. Zur Absturzursache machte das Ministerium keine Angaben. Am Vortag hatte Saudi-Arabien in der Nähe des internationalen Flughafens der Hauptstadt Riad eine Rakete abgefangen, die vom Jemen aus abgefeuert worden war. Iran hat die Vorwürfe Saudi-Arabiens zurückgewiesen, hinter dem Abschuss einer Rakete zu stehen. Der Konflikt im Jemen greift zunehmend auf das Nachbarland Saudi-Arabien über. Seit Anfang 2015 kämpfen die schiitischen und vom Iran gestützten Huthi gegen Truppen des jemenitischen Präsidenten. (mst/dpa)

Mutmaßlicher BVB-Attentäter: Sergej W. soll weitere Anschläge geplant haben

Der mutmaßliche BVB-Attentäter Sergej W. plante womöglich weitere Anschläge.  Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus der 43-seitigen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Dortmund vor, die dem 28-Jährigen unter anderem versuchten Mord vorwirft. W. hatte im April unmittelbar vor dem Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco drei Sprengsätze neben dem BVB-Mannschaftsbus gezündet, um vom zu erwartenden Einbruch der BVB-Aktie zu profitieren. Wie aus den Ermittlungsakten hervorgeht, soll er sich auch über die Aktienkurse verschiedener Seilbahnbetriebsgesellschaften informiert haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass W. "sich ein neues Ziel suchte, um aus Kursverlusten aufgrund von Anschlägen Gewinne" zu erzielen. Bislang hat das Landgericht Dortmund noch nicht über die Zulassung der Anklage entschieden. (mmm)

Geiselnahme in Pfaffenhofen: Täter nach Stunden festgenommen

In Pfaffenhofen an der Ilm konnte die Polizei eine Geiselnahme beenden. Der Täter wurde festgenommen. Zuvor hatte der 28-Jährige stundenlang eine Frau als Geisel gehalten und mit einem Messer bedroht. Er hatte sich am Morgen mit der Sachbearbeiterin am Jugendamt des oberbayerischen Landkreises verbarrikadiert. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) nutzte laut Polizei einen günstigen Moment, um den Mann zu überwältigen. Das Opfer erlitt eine Schnittwunde am Oberkörper, wurde jedoch nicht schwer verletzt. Bei dem Motiv für die Geiselnahme gehen die Ermittler von einem Sorgerechtsstreit aus. (asc/dpa)

Energiewende: Ökostrom-Produktion steigt auf Rekordhoch

Im Oktober wurde in Deutschland so viel Ökostrom produziert wie nie zuvor in einem Monat. Nach Angaben der deutschen Übertragungsnetzbetreiber und der Strombörse EEX steuerten die Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassekraftwerke in diesem Monat genau 44,1 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei. Gut 20,7 Milliarden Kilowattstunden Strom produzierten die Ökostromanlagen insgesamt. Das ist genug, um den durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5,9 Millionen Zweipersonenhaushalten zu decken. Auch im Jahresdurchschnitt ist der Anteil der erneuerbaren Energien bislang vergleichsweise hoch. Bislang trugen die Ökostromanlagen mehr als 38 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei. (asc)

Streit um Videobeweis: DFB setzt Hellmut Krug ab

Der in die Kritik geratene ehemalige Fifa-Schiedsrichter Hellmut Krug ist nicht mehr Projektleiter des umstrittenen Videobeweis-Programms. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und reagierte damit auf Manipulationsvorwürfe gegen den 61-Jährigen. Angeblich soll Krug bei der Bundesligapartie zwischen Schalke und Wolfsburg am 10. Spieltag Einfluss auf den Videoassistenten genommen haben. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich der DFB nicht, stellte aber klar, dass Supervisoren "künftig während der Spiele keine direkte Kommunikation mehr mit den Video-Assistenten haben werden. Der Video-Assistent entscheidet vollkommen eigenständig, welche Einschätzung er dem verantwortlichen Schiedsrichter auf dem Rasen zukommen lässt." (mmm/dpa)

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