Samstag, 28. Oktober 2017

KURZMELDUNGEN

München: U-Bahn-Schubser zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Nach einer U-Bahn-Schubserei in München ist ein Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Juni 2016 hatte der heute 37-Jährige einen 87-Jährigen nach einem Wortgefecht beim Einsteigen in eine U-Bahn an der Station Marienplatz zu Fall gebracht. Der 87-Jährigen schlug mit dem Kopf auf den Boden, erlitt eine Platzwunde und ein Schädelhirntrauma. Drei Monate später starb er an den Folgen. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und vier Monate wegen Körperverletzung mit Todesfolge gefordert, die sich der Angeklagte des tödlichen Risikos bewusst gewesen sein soll. Außerdem ordnete das Landgericht München I für den drogenabhängigen Angeklagten die Unterbringung in einer Entzugsanstalt an. Den des Verstorbenen sprach das Gericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro zu. Zu Prozessbeginn hatte sich der Angeklagte entschuldigt: "Ich wollte zu keiner Zeit, dass das so ausgeht und dass das passiert."(ez/dpa)

Erdgas aus Russland: Jamaika-Parteien gegen Nord-Stream-2-Pipeline

Unter den Partnern des möglichen Jamaikabündnisses formiert sich Widerstand gegen die geplante Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland. "Die neue Koalition sollte das Thema nicht aus dem Blickwinkel einzelner Unternehmen oder gar einzelner Personen betrachten", warnt der bisherige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Nobert Röttgen (CDU), im SPIEGEL. Eine zunehmende Zahl europäischer Staaten betrachte das Projekt als ein Thema von strategischer Bedeutung. Der frühere Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link, fordert ebenfalls, das Projekt zu überprüfen. Die FDP wolle die EU weniger abhängig von russischer Energie machen und fordere stattdessen eine gemeinsame EU-Energiepolitik. "Beide Ziele passen schlecht zum Nord-Stream-2-Projekt." Außerdem stelle das Projekt innerhalb der EU das Vertrauen gegenüber Deutschland infrage. Nord Stream 2 war eines der umstrittensten Projekte der Großen Koalition. (ran)

Sexuelle Belästigung: Weitere Anschuldigung gegen Bush senior

Eine dritte Frau hat den ehemaligen US-Präsidenten George Bush senior der sexuellen Belästigung bezichtigt. In einem Essay für das Onlinemagazin "Slate" schreibt die Schriftsellerin Christina Baker Kline, Bush habe während der Aufnahme eines Fotos im April 2014 "meinen Hintern fest gedrückt". Gleichzeitig habe er einen unangebrachten Witz erzählt - sogar den gleichen, von dem auch schon Jordana Grolnick berichtet hatte. Baker Kline habe anschließend die Hand des Präsidenten instinktiv weggewischt. Zu dem Vorfall sei es in Houston gekommen. Baker Kline war damals als Gastautorin zur Barbara-Bush-Stiftung eingeladen.

Fall Peter Steudtner: Ankara bestreitet Einflussname Schröders

Die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner ist nach Angaben der türkischen Regierung nicht auf Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Altkanzler Gerhard Schröder zurückzuführen. "Diese Behauptung hat überhaupt nichts mit der Realität zu tun", sagte Justizminister Abdülhamit Gül. "Die türkische Justiz ist unabhängig und neutral." Laut SPIEGEL-Informationen soll dagegen ein Geheimtreffen Schröders mit Erdogan im September zum Durchbruch in dem Fall geführt haben. Nach der Freilassung Steudtners am Donnerstag hatte sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bei Schröder für dessen Engagement bedankt. (asc/dpa)

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