Donnerstag, 07. September 2017

KURZMELDUNGEN

Nordkorea: Regime droht USA mit "massiven Gegenmaßnahmen"

Nordkorea regiert verärgert auf die angekündigten schärferen Sanktionen der USA: Außenhandelsminister Kim Yong Jae bezeichnet das Vorgehen der USA als "barbarischen Versuch", Nordkorea unter Druck zu setzen. Sein Land werde "massive Gegenmaßnahmen" ergreifen, heißt es in einem Statement des Ministers. Nordkorea brauche Atomwaffen, heißt es weiter, um feindliche Kräfte an jedem Punkt der Erde treffen zu können. So wolle das Regime Stabilität auf der koreanischen Halbinsel garantieren. Am Sonntag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet und ein weiteres Mal gegen internationale Verbote solcher Tests verstoßen. (ez/dpa)

EZB: Leitzins bleibt auf Rekordtief von null Prozent

Wider Erwarten hält die Europäische Zentralbank den Leitzins in der Eurozone auf dem Rekordtief von null Prozent. Das verkündete die Notenbank nach einer Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt. Parken Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank, kostet das die Institute weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen. Seit März 2015 kauft die EZB massiv Staatsanleihen der Euroländer auf: Anfangs im Umfang von 80 Milliarden Euro im Monat, derzeit sind es noch 60 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahres soll an diesem Kurs festgehalten werden, das hatte die Notenbank bereits vor längerem garantiert. (ez/dpa)

Chicago: Bürgermeister erklärt die Stadt zur "Trump-freien Zone"

Der Bürgermeister von Chicago, Rahm Emanuel, stellt sich gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, das Schutzprogramm für Kinder von Einwanderern ohne gültige Papiere aufzuheben. Emanuel bezeichnete Chicago in Bezug auf das Dekret des Weißen Hauses als "Trump-freie Zone". Am Dienstag wurde bekannt, dass die Regierung das Programm namens Deferred Action for Childhood Arrivals (Daca) einstellen werde. Es wurde unter Barack Obama eingeführt und schützt die Migrantenkinder vor der Abschiebung. Offiziell sind fast 800.000 Menschen betroffen, inoffiziell könnten es sogar bis zu 1,7 Millionen sein. Mehrere US-Staaten reichten bereits Klage gegen die Entscheidung ein. (fwu/dpa)

Fall DeGeKa: Finanzaufsicht schließt "Reichsbürger"-Krankenkasse

Weil ihr die Erlaubnis für den Betrieb des Versicherungsgeschäft fehlte, hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Abwicklung der Krankenkasse DeGeKa angeordnet. Die Krankenkasse gehört offensichtlich zur "Reichsbürger"-Bewegung an, seit Mitte April 2017 bietet sie online ihre Dienste an. "Selbst die Zähne sind erneuert, alles Kranke wird gefeuert!" lautet einer der Werbesprüche. "Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik Deutschland als Staat nicht an und behaupten, dass das Deutsche Reich fortbestehe. Sie werden bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. (lmd/dpa)

Herzinfarkt: Feministin Kate Millett ist tot

Die Autorin und Aktivistin Kate Millett ist gestorben. Ihr Buch "Sexual Politics", auf deutsch "Sexus und Herrschaft", machte sie 1970 schlagartig zu einer bekannten Theoretikerin der Frauenbewegung. Die zentrale These des Werkes lautete, dass die Beziehung zwischen den Geschlechtern immer politisch zu verstehen sei. "Sexual Politics" wurde alleine im Jahr seiner Erscheinung 80.000 Mal verkauft. Millett lehrte unter anderem an der Sacramento State University und der University of California in Berkeley. Am Mittwoch starb die berühmte Feministin unerwartet im Alter von 82 Jahren in Paris an einem Herzinfarkt. (fwu/dpa)

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