Freitag, 01. September 2017

KURZMELDUNGEN

Türkei: Deutsches Ehepaar in Antalya inhaftiert

Während der Journalist Deniz Yücel in der Türkei den 200. Tag in Haft saß, informierte das Auswärtige Amt über die Festnahme von zwei weiteren deutschen Staatsbürgern. Auf dem Flughafen von Antalya habe die Polizei am Donnerstag ein Ehepaar in Gewahrsam genommen. Genaueres sei nicht zu erfahren gewesen, da bislang kein Kontakt zu dem Paar möglich gewesen sei. Man müsse wohl von einem politischen Vorwurf ausgehen. Laut Auswärtigem Amt befinden sich nunmehr 55 deutsche Staatsangehörige in türkischer Haft, zwölf von ihnen aus politischen Gründen. Politiker der Grünen und der Linken forderten die Regierung auf, mit Härte gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan zu reagieren. "Die Finanzströme in die türkischen Moscheen in Deutschland müssen sofort gestoppt werden", verlangte Grünen-Chef Cem Özdemir in "Bild". Die Türkei-Expertin der Linken, Sevim Dagdelen, erwartet von der Bundesregierung, "alle Waffenlieferungen an die Türkei" zu stoppen und die Bundeswehr sofort aus Konya abzuziehen. (wei/dpa)

Kenia: Verfassungsgericht annulliert Präsidentschaftswahl

In einer überraschenden Entscheidung hat das kenianische Verfassungsgericht das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 8. August für ungültig erklärt und Neuwahlen angeordnet. Die Entscheidung fiel mit vier zu zwei Stimmen. Damit ist Amtsinhaber Uhuru Kenyatta, der die Wahllaut Wahlkommission mit 54 Prozent der Stimmen gewonnen hatte, nicht im Amt bestätigt. Der Vorsitzende Richter sagte, das Ergebnis sei "null und nichtig". Es sei nicht in Übereinstimmung mit den Gesetzen und der Verfassung Kenias zustande gekommen. Ein Vertreter der Kenyatta-Regierung im Gerichtssaal sprach von einem "politischen Urteil" des Obersten Gerichts. Nach der Verkündung brachen im Gerichtssaal Tumulte aus. (cht)

Assoziierungs-Abkommen: Ukraine rückt an die EU heran

Das Partnerschaftsabkommen der Europäischen Union mit der Ukraine ist am Freitag offiziell in Kraft getreten. "Die Assoziierung ist unsere Rückkehr in die europäische Familie", sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko. Dem Abkommen waren jahrelange Verhandlungen vorausgegangen. Ende 2013 hatte der damalige Präsident Wiktor Janukowytsch überraschend die Unterzeichnung verweigert - nachdem ihm Russland Milliardenkredite versprochen hatte. Das löste Massendemonstrationen in Kiew aus. Die monatelangen Proteste führten im Februar 2014 zu seinem Sturz. Das Abkommen ermöglicht der Ukraine die weitere Annäherung an die EU, ihren Wirtschaftsraum und ihre Werte, sagte der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler. (apr/dpa)

Tote Teenager in Gartenlaube: Vater wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Sechs Jugendliche starben im Januar im bayerischen Ort Arnstein in einer Gartenlaube. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den Vater von zwei der Jugendlichen. Ihm wird vorgeworfen, dass er das Unglück hätte vermeiden können, wenn er den Stromgenerator sorgfältiger aufgestellt hätte. Die 18- und 19- Jährigen hatten eine Party in der Laube gefeiert. Alle sechs waren an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. (ls/dpa)

Trunkenheit am Steuer: Wayne Rooney vorläufig festgenommen

Erst soll er mit einem Fan in einer Bar für ein Selfie posiert haben, dann fuhr er mit dem Auto: Wayne Rooney wurde wegen Trunkenheit am Steuer vorläufig festgenommen. Wie die Polizei von Cheshire mittlerweile bestätigte, war der Rekordtorschütze der englischen Nationalmannschaft unweit seines Wohnorts gestoppt und danach zum Verhör auf eine Polizeistation gebracht worden. Rooney wurde auf Kaution freigelassen und muss am 18. September vor Gericht erscheinen. (asc/dpa)

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