Freitag, 20. April 2018

KURZMELDUNGEN

Missbrauch eines Jungen: Zehn Jahre Haft für 41-Jährigen

Ein Mann, der einen Jungen aus Staufen bei Freiburg vergewaltigt hat, soll für zehn Jahre in Haft. Das hat das Landgericht Freiburg entschieden - es ordnete außerdem die Sicherheitsverwahrung des 41-Jährigen an und eine Geldstrafe von 12.500 Euro. Der Angeklagte hatte gestanden, den Jungen zweimal vergewaltigt zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann ist einschlägig vorbestraft, vor rund acht Jahren war er wegen Missbrauchs eines Zehnjährigen verurteilt worden. Die neue Entscheidung ist das erste Urteil in dem Fall um einen heute Neunjährigen, der offenbar jahrelang missbraucht wurde. Seine Mutter und ihr Lebensgefährte sollen sich selbst an dem Jungen vergangen haben und ihn im Darknet mehreren Männern gegen Geld für Vergewaltigungen angeboten haben. Acht Verdächtige gibt es in dem Fall, jeder von ihnen ist gesondert angeklagt. (jpz/dpa)

US-Kongress: Senatoren skeptisch über Pompeo als Außenminister

Vor der Ernennung von Mike Pompeo zum Außenminister sinkt im US-Senat die Zustimmung für den CIA-Chef. Der ranghöchste Demokrat im Auswärtigen Ausschuss, Robert Menendez, hat angekündigt, gegen den Kandidaten von Präsident Donald Trump zu stimmen. Trump hatte Pompeo zum neuen Außenminister nominiert, nachdem er am 13. März Amtsinhaber Rex Tillerson entlassen hatte. Pompeo gilt als Vertrauter des Präsidenten. Bei Pompeos Anhörung vergangene Woche hatten mehrere Senatoren angezweifelt, ob er bereit sei, sich im Zweifelsfall gegen den Präsidenten zu stellen. Pompeos Ernennung muss vom Senat bestätigt werden, Trumps Republikaner kontrollieren 51 der 100 Sitze. Aus ihren Reihen hat aber bereits Rand Paul seinen Widerstand angekündigt. Pompeo dürfte auf die Unterstützung der Demokraten angewiesen sein. Bislang hat sich kein Mitglied der Opposition öffentlich für ihn ausgesprochen. (lek/apr/dpa)

Kuba: Miguel Díaz-Canel ist neuer Präsident

Zum ersten Mal seit fast 60 Jahren wird Kuba nicht von einem Castro regiert. Miguel Díaz-Canel ist der neue Präsident des Landes. Das Parlament in Havanna wählte den bisherigen Vizepräsidenten zum Nachfolger von Raúl Castro. Díaz-Canel galt als rechte Hand Castros. Nach seiner Zeit beim Militär machte der Elektroingenieur Karriere beim kommunistischen Jugendverband, war Parteichef in der Provinz und Minister für Hochschulbildung. Als neuer Präsident steht Díaz-Canel vor großen Herausforderungen: Das Verhältnis zu den USA hat sich seit dem Amtsantritt von Donald Trump wieder deutlich verschlechtert, die wirtschaftliche Lage ist auch wegen der Schwäche des verbündeten Venezuelas desolat und die sozialen Spannungen nehmen zu. (jpz/dpa)

75. Jahrestag: Polen erinnert an Aufstand im Warschauer Getto

Polen hat an den Aufstand im Warschauer Getto vor 75 Jahren erinnert. "Es war ein Aufstand von Menschen, die ihre Würde bis zum Schluss behalten wollten", sagte Präsident Andrzej Duda bei der zentralen Gedenkfeier in Warschau. Am Mittag heulten in der ganzen Stadt die Sirenen. Freiwillige verteilten gelbe Osterglocken aus Papier, die an den Judenstern erinnerten. Am 19. April 1943 hatte die Rebellion jüdischer Aufständischer begonnen. Der fast einmonatige Kampf gegen die überlegenen Deutschen scheiterte am 16. Mai 1943. Nach der blutigen Niederschlagung wurden Tausende Warschauer Juden erschossen oder in die Todeslager deportiert. (lek/dpa)

Streit um Online-Werbung: Bundesgerichtshof erklärt Adblocker für zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Einsatz des Werbeblockers AdBlock Plus im Internet erlaubt. Das Programm, das für Internetnutzer unerwünschte Werbung etwa auf Nachrichtenseiten unterdrückt, ist nicht wettbewerbswidrig, entschied der BGH. Der Verlag Springer habe keinen Unterlassungsanspruch, so das Gericht. Da Nutzer den Filter aktiv installieren müssen, liege keine direkte Geschäftsbehinderung vor. Im Übrigen könne sich Springer wehren, indem der Verlag Nutzern mit Werbeblockern den Zugang zu seinen Angeboten verwehre. Das Urteil war von Verlagen mit großer Spannung erwartet worden. Werbeblocker gefährdeten das Presseangebot im Internet, argumentierte Springer in der Verhandlung. (mak/jpz/dpa)

Deutsche Bank: Umstrittene IT-Chefin verlässt das Unternehmen

Das Personalkarussell bei der Deutschen Bank dreht sich nach dem Chefwechsel weiter. IT-Chefin Kim Hammonds verlässt nach umstrittenen Äußerungen das Unternehmen, wie Deutschlands größtes Geldhaus mitteilte. Hammonds scheide im gegenseitigen Einvernehmen zur Hauptversammlung am 24. Mai aus. Über ihre Nachfolge werde der Aufsichtsrat in Kürze entscheiden. Hammonds stand seit Monaten unter Druck. Die Managerin hatte bei einer internen Tagung des Konzerns gesagt, die Bank sei das "dysfunktionalste Unternehmen", für das sie je gearbeitet habe. Das sorgte bei Aktionären und Mitarbeitern für Kopfschütteln und Entsetzen. Kritiker hatten ihr zuvor schon vorgeworfen, sie habe die Computersysteme nicht schnell genug modernisiert, die als Großbaustelle gelten. (lek/ans/dpa)

Fußball-WM 2018: Videobeweis soll im Stadion nachvollziehbar sein

Der Fußball-Weltverband Fifa hat erklärt, im Juni bei der WM in Russland den Einsatz des Videobeweises transparent gestalten zu wollen - für Fans im Stadion und vor dem Fernseher. "Wir werden Grafiken und Wiederholungen auf riesigen Bildschirmen haben und wir werden die Fans über den Ausgang eines Videobeweises und die Überprüfung informieren", sagte Sebastian Runge, bei der Fifa für Innovationen zuständig. Verantwortlich für eine bessere Kommunikation soll eine zusätzliche Person im "Video Operations Room" sein. Über diese zusätzliche Person sollen Informationen schneller weitergeleitet werden, damit sie über Stadionmonitore und Kommentatoren verbreitet werden können. Zudem soll die Erklärung des Videobeweises auch auf der Fifa-Website, der App und im Fernsehen zu sehen sein, sagte Runge. (lek/tip/dpa)

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