Samstag, 18. November 2017

KURZMELDUNGEN

Steueraffäre: Sparkassenpräsident Fahrenschon tritt zurück

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon gibt sein Amt unter dem Druck einer Steueraffäre ab. Der 49-Jährige lege sein Amt zum 24. November nieder, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Freitag in Berlin mit. Übergangsweise werde Vizepräsident Thomas Mang gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Karl-Peter Schackmann-Fallis und Joachim Schmalzl den Spitzenverband der rund 400 Sparkassen in Deutschland führen. Der frühere bayerische Finanzminister Fahrenschon hatte einen Strafbefehl wegen zu spät eingereichter Steuererklärungen vor seiner in Kürze geplanten Wiederwahl zum DSGV-Präsidenten verheimlicht. (rem/dpa)

Eklat in Norwegen: Erdogan zieht Soldaten von Nato-Manöver ab

Die türkische Regierung hat nach einem Eklat um Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk und Präsident Recep Tayyip Erdogan ihre Soldaten aus einem Nato-Manöver in Norwegen abgezogen. Erdogan klagte, Atatürk und seine Person seien auf einer Übersicht bei dem Manöver als "Feinde" und als "Ziele" aufgeführt worden. Die 40 türkischen Soldaten, die an dem Manöver teilgenommen hätten, seien daraufhin abgezogen worden. "So ein Bündnis und solche Verbündete kann es nicht geben", sagte Erdogan. 

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg entschuldigte sich in einer Mitteilung für den Vorfall. Er versicherte, dass es sich bei dem Verantwortlichen um einen von Norwegen abgestellten zivilen Vertragsarbeiter gehandelt habe, nicht um einen Nato-Mitarbeiter. Der Mann sei sofort von der Übung "Trident Javelin" in Stavanger ausgeschlossen worden. Der Generalsekretär beteuerte außerdem, der Vorfall spiegele nicht die Sicht der Nato wider. (ez/dpa)

Ryanair: Piloten fordern Tarifverhandlungen

Beim irischen Billigflieger Ryanair spitzt sich der Streit um Tarifverträge und Arbeitsbedingungen zu. Mit Unterstützung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben in Deutschland stationierte Piloten das Unternehmen förmlich zu Tarifverhandlungen aufgefordert. 

Zu diesem Zweck sei eine Tarifkommission mit einem professionellen Verhandlungsführer gegründet worden, berichtete die Gewerkschaft am Freitag in Frankfurt. Unterstützt werden die Piloten vom hauptamtlichen VC-Experten Ingolf Schumacher, der bereits den Konflikt bei der Lufthansa ausgefochten hat. Ryanair selbst zeigte am Freitag keine Verhandlungsbereitschaft. (rem/dpa)

Irak: US-Luftkrieg fordert offenbar mehr zivile Opfer

Der Luftkrieg der von den USA geführten Anti-IS-Allianz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" fordert offenbar weit mehr zivile Opfer als bislang bekannt. Das berichtet das "New York Times Magazine". Demnach sind die sogenannten Kollateralschäden durch die Angriffe der Kampfjets auf den IS im Irak in den vergangenen drei Jahren weit größer als bislang offiziell von Washington angegeben. Der umfangreichen Recherche zufolge wird bei jedem fünften Angriff ein Zivilist getötet, die Zahl der zivilen Opfer sei demnach 31-mal so hoch wie bislang bekannt. Als Gründe werden veraltete oder ungenaue Geheimdienstinformationen genannt. (dop/rem)

Langenscheidt-Verlag: "I bims" zum Jugendwort des Jahres gewählt

Der Langescheidt-Verlag hat "I bims", die Verballhornung von "ich bin's", zum Jugendwort des Jahres 2017 erklärt. "I bims" ist eine beliebte Wendung aus der sogenannten "vong"-Sprache, in der Internetnutzer in sozialen Netzwerken Sätze verkürzen und mit Worten spielen. Dabei werden oft Begriffe absichtlich falsch geschrieben. Nach einer vorgeschalteten Online-Abstimmung hatte sich eine Jury für den neuen Preisträger entschieden. Zur Auswahl standen ursprünglich 30 Begriffe, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute angeblich spricht - darunter Wörter wie "gefresht" (satt), "unfly" (uncool) und "schatzlos" (Single). (rem/him/koe/dpa)

Namensstreit: Yoko Ono gewinnt Rechtsstreit gegen Hamburger Kneipenbesitzer

Die John-Lennon-Witwe Yoko Ono (84) hat einen Namensstreit mit der Hamburger Eckkneipe "Yoko Mono" gewonnen. Das Hamburger Zivilgericht bestätigte eine einstweilige Verfügung, die dem Barbesitzer Nima Garous-Pour seit Mitte Juli die Verwendung untersagt hatte. Die Konzeptkünstlerin aus New York und ihre Anwälte sind der Meinung, es bestehe wegen der Namensähnlichkeit eine Verwechslungsgefahr. Die Bezeichnung "Yoko Mono" sei dem weltweit bekannten Namen der Klägerin so ähnlich, "dass ein Beobachter mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von einer - wie auch immer gearteten - Beziehung zwischen der Klägerin und der Bar ausgehen wird", sagte dann auch Gerichtssprecher Kai Wantzen zur Begründung. Das "Yoko Mono" ist allerdings bereits seit Mitte August geschlossen - wegen Mietpreiserhöhung.(asc/dpa)

Fußball: Verein will Fankultur als Unesco-Welterbe

Der Verein "FC Play Fair" will die Fußball-Fankultur bei der Unesco zum Welterbe erheben. Das Skatspielen, das Hebammenwesen und auch die Ostfriesische Teekultur sind bereits Teile des sogenannten immateriellen Kulturerbes, das unter dem besonderen Schutz der Unesco steht. Damit nun auch die Fankultur auf die Liste des Welterbes aufgenommen wird, hat der Verein einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Unesco-Kommission prüft derzeit. "FC Play Fair" will damit deutlich machen, dass Stadion-Choreografien, Gesänge und auch das Public Viewing vor Großleinwänden Teile der Kultur dieser Gesellschaft bilden und in ihr verankert sind. Wann die Fankultur auf die Liste rücken könnte, ist noch unklar. Die Unesco lässt sich mit solchen Entscheidungen üblicherweise Zeit. In fünf Jahren könnte es so weit sein. (ez/aha)

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