Freitag, 20. Oktober 2017

KURZMELDUNGEN

SPD: Digitalexperte Klingbeil soll neuer Generalsekretär werden

Der niedersächsische SPD-Politiker Lars Klingbeil soll nach SPIEGEL-Informationen neuer Generalsekretär seiner Partei werden. Darauf haben sich Parteichef Martin Schulz und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil geeinigt. Der 39-Jährige würde Nachfolger von Hubertus Heil, der im Juni als Generalsekretär einsprang, weil seine Vorgängerin Katarina Barley Bundesfamilienministerin geworden war. Heil hat seinen Rückzug von dem Posten angekündigt. 

Die Neuwahl der Parteispitze und die Wahl des Generalsekretärs stehen auf dem Parteitag im Dezember an. Der als gut vernetzt geltende Klingbeil sitzt seit 2009 im Bundestag und ist Digital- sowie Verteidigungsexperte seiner Fraktion. In der SPD wird er flügelübergreifend geschätzt; er gilt als einer der wenigen jüngeren Sozialdemokraten, mit der die Partei neue Milieus erschließen könnte. (mxw/vme/dpa)

Syrienkrieg: Iran setzt auf Allianz mit Russland

Das Regime von Machthaber Baschar al-Assad wird im Syrienkrieg von Teheran und Moskau unterstützt. Nun hat Teheran bekannt gegeben, noch enger mit Russland kooperieren zu wollen. "Der Ausbau der militärischen Zusammenarbeit mit Moskau spielt eine strategische Rolle in der iranischen Außenpolitik", sagte Verteidigungsminister Amir Hatami. Dies sei wichtig, um die Sicherheit in der Region vor Terrorismus zu gewährleisten, sagte Hatami in einem Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Schoigu. Zudem soll das eigene Raketenprogramm ausgebaut werden - als Reaktion auf die Aufkündigung von US-Präsident Donald Trump. Denn Trump hatte schärfere Sanktionen gegen das Regime angekündigt. Bereits Ende September soll Iran nach eigenen Angaben eine neue Mittelstreckenrakete erfolgreich getestet haben. Die Rakete soll eine Reichweite von 2000 Kilometern haben und mehrere Sprengköpfe tragen können. (ez/dpa) 

Mord an Journalistin auf Malta: Autobombe wohl per Handy gezündet

Die Bombe am Auto der maltesischen Bloggerin Daphne Caruana Galizia wurde möglicherweise durch ein Handy zur Explosion gebracht. Die Schäden an dem Fahrzeug, mit dem die 53-Jährige am Montag unweit ihres Zuhauses in Bidnija unterwegs war, deuteten auf die Verwendung von einem halben Kilogramm Sprengstoff hin, hieß es aus Ermittlerkreisen. Wer hinter dem tödlichen Attentat auf die Journalistin steckt, ist noch unklar. Caruana Galizia hatte immer wieder mit Enthüllungen rund um Geldwäsche und Steuerhinterziehung auf ihrem Blog Aufsehen erregt. Der Mord hatte europaweit für Entsetzen gesorgt. EU-Politiker und Journalistenverbände verlangten lückenlose Aufklärung. Die Kinder von Caruana Galizia forderten Regierungschef Joseph Muscat derweil zum Rücktritt auf. Muscat war durch die Enthüllungen der Journalistin selbst in Bedrängnis geraten. (asc/dpa)

Donald Trump: Streit um getöteten US-Soldaten eskaliert

Am Dienstag rief US-Präsident Donald Trump bei der Witwe eines verstorbenen US-Soldaten an. Über den Verlauf dieses Telefonats ist in Amerika nun allerdings ein Streit entbrannt. Anfang Oktober waren vier US-Soldaten bei einem Einsatz in Niger gestorben. Einer von ihnen ist der 25 Jahre alte David Johnson. Trump soll während des Telefonats zur Witwe gesagt haben: "Er wusste, worauf er sich einlässt. Aber ich vermute, es tut trotzdem weh." So schildert es die demokratische Kongressabgeordnete Frederica Wilson. Sie habe während des Gesprächs mit Myeshia Johnson im selben Auto gesessen und das Telefonat über die Lautsprecherfunktion mitgehört. Trump bestreitet dies: "Komplett erfunden" sei die Schilderung von Wilson, schrieb er am Mittwoch bei Twitter. "Und ich habe Beweise." Bisher hat der Präsident allerdings keine Beweise vorgelegt. Das Weiße Haus habe keine Aufzeichnungen des Gesprächs, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders, solche Unterhaltungen seien privat. (ez/dpa)

Start-up Math24: US-Konzern zahlt deutschen Nerds 12,5 Millionen Dollar

Zwei Berliner Brüder haben ihre Lern-App Math42 für 12,5 Millionen Dollar an Chegg verkauft. Der börsennotierte US-Konzern ist auf Onlineschulbücher spezialisiert. Bekannt geworden sind Raphael und Maxim Nitsche - damals 19 und 18 Jahre alt - im Jahr 2015 durch einen Auftritt in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen". Als sie ihre Geschäftsidee präsentierten, schauten fast 2,5 Millionen Menschen zu. Ihrer App gab der Auftritt einen gewaltigen Schub, die Zahl der Downloads verzehnfachte sich am selben Abend auf eine Million. Zum Kaufpreis könnte in den kommenden drei Jahren weitere 7,5 Millionen Euro dazukommen. (beb/rem)

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